Garantierenten gegen Einmalbeitrag – der direkte Vergleich

 

Inhaltsverzeichnis

Exkurs: Die deutschen Lebens- und Rentenversicherungen

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Arten, wie Lebensversicherer ihre Kapitalanlagen verwalten und gleichzeitig werthaltige und lebenslange Garantien für ihre Kunden absichern können.

Bei deutschen Lebens- und Rentenversicherungen erfolgt eine kollektive Kapitalanlage im konventionellen Sicherungsvermögen des Versicherers. Hierbei spielt der Risikoausgleich über das Kollektiv und die Zeit eine entscheidende Rolle, damit die Renten an alle Versicherten lebenslang gezahlt werden können.

Das Deckungsstockmodell der deutschen Lebensversicherer

Dabei müssen die Kapitalanlage, die Garantieleistungen sowie die zusätzlichen Gewinne bzw. Überschüsse aus einem gemeinsamen Kapitalstock bzw. Kollektivvermögen heraus sichergestellt bzw. erwirtschaftet werden.

Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei dem konventionellen Anlagevermögen um einen kollektiven Topf, für welchen aufgrund der speziellen bilanziellen und Anlagevorschriften die für die jeweilige Tarifgeneration maßgeblichen Mindestverzinsungen und Rentenleistungen gelten.

Das Problem - keine Trennung zwischen Garantieabsicherung und Kapitalanlage

Schwankende Überschüsse beinflussen die Höhe der Gesamtrenten

Zum aktuellen Zeitpunkt (Sept. 2014) beträgt der jährliche Garantiezins für deutsche Rentenversicherungen noch 1,75 Prozent bezogen auf den jeweiligen Sparbeitrag – ab 01.01.2015 gilt dann für alle Neuverträge nur noch ein jährlicher Garantiezins i.H.v. 1,25 Prozent.

Erschwerend kommt für die deutschen Lebensversicherungen hinzu, dass die Mindestverzinsungen sowohl bei Kapitalisierung als auch bei der Verrentung für alle Kunden über die gesamte Vertragslaufzeit sichergestellt werden müssen. Es handelt sich dabei prinzipiell um Garantieleistungen, welche der Kunde – unter Anwendung der jeweiligen Vorlauffristen – nahezu jederzeit einlösen kann und dies lebenslang!

Perspektiven der deutschen Lebensversicherer

Insbesondere bei andauernden Niedrigzinsen, erhöhten Eigenkapitalvorgaben (Solvency II) sowie gleichzeitig zunehmender Langlebigkeit der Versicherten stellen diese lebenslang geltenden und jährlich zugewiesenen Mindestverzinsungen die deutschen Lebensversicherer vor sehr hohe Herausforderungen in ihrer Kalkulation.

https://aktuar.de/fachartikelaktuaraktuell/Lebensversicherung_Niedrigzinsphase_Aktuar-aktuell-Sonderbeilage.pdf

Je mehr Kapital für die gesamte Bedeckung aller zukünftigen garantierten Leistungsverpflichtungen – aufgrund sinkender Garantiezinsen – benötigt wird, desto geringer fällt der Spielraum für zukünftige Leistungserhöhungen bzw. Überschussbeteiligungen aus.

Das Grundprinzip der Garantierenten – die Trennung von Garantien und Kapitalanlage

Bei investmentbasierten und lebenslangen Garantierenten gegen Einmalbeitrag erfolgt hingegen eine klare Trennung zwischen der Garantieabsicherung und der Kapitalanlage. Da jede einzelne Garantie immer auch Kosten zu Ihrer Sicherstellung verursacht, ist es für erfolgreiche Produktlösungen wichtig, die tatsächlich vorhandenen „Garantiewünsche“ von Seiten der Kunden zu kennen und sich dann auch klar auf diese zu fokussieren.

Vorteile der Trennung – die höheren Garantien

Dies hat den großen Vorteil, dass – je nach Ausgestaltung der Garantien – tatsächlich „nur“ diejenigen Garantien abgesichert werden (können), für welche auch eine konkrete Nachfrage und ein zusätzlicher Nutzen für den Kunden besteht. Dies ist effizienter und ermöglicht entsprechend höhere Garantien für ausgewählte und nachgefragte Leistungsmerkmale.

Bei den hier analysierten Garantierenten gegen Einmalbeitrag sind das insbesondere die folgenden Garantien:

  • lebenslang garantierte Renten
  • garantierte Zinsen in der Aufschubdauer bzw.
  • garantierte Steigerungen der Rentenbasis in der Aufschubdauer

Wichtig: Die Garantien spricht der Versicherer direkt gegenüber dem Kunden aus, je nach Anbieter zusätzlich abgesichert über Rückversicherer. Die Garantien sind bei Vertragsabschluss immer der Höhe nach festgelegt und dem Versicherungsnehmer explizit benannt.

Da die Garantierenten vorwiegend aus dem Ausland in Deutschland angeboten werden, unterliegen die Anbieter nicht den gleichen bilanziellen Vorschriften, wodurch – unter Berücksichtigung der aktuellen Zinssituation – grundsätzlich höhere Garantien für den Kunden möglich sind.

Für diese Garantien verlangt der Versicherer eine transparente Garantiegebühr, welche in der Regel laufend, z.B. als jährlicher Prozentsatz des aktuellen Rentenguthabens, vereinnahmt wird.

Wichtig bei Garantierenten – es gibt keine garantierten Kapitalwerte

Auf die zusätzliche Absicherung von garantierten Kapitalisierungswerten wird – entsprechend der Systematik der Garantierenten – bei allen Anbietern verzichtet, da der Schwerpunkt auf hohen garantierten  Renten bzw. Rentensteigerungen liegt.

Charakteristisch für investmentbasierte Garantierenten ist demnach, das die Rentengarantien losgelöst von der Kapitalanlage sind und das es für die Garantien eine transparante und explizit ausgewiesene Garantiegebühr gibt.

Bei den zugrunde liegenden Kapitalanlagen handelt es sich um institutionelle Portfolios bzw. Fondsanlagen, welche nach den speziellen Vorgaben des Versicherers verwaltet werden. Zusätzliche Rentensteigerungen sind möglich, wenn das zugrunde liegende Investment eine positive Wertentwicklung aufweist.

Das Prinzip der Garantierenten - die Trennung zwischen dem Investment und den Garantien

Die Rentenhöhe bei Garantierenten kann nur steigen bzw. konstant bleiben – jedoch niemals fallen

Besonders wertvoll: Jede Rentensteigerung ist ab dem Zeitpunkt der Zuweisung dann ebenfalls lebenslang garantiert und kann nicht mehr zurückgenommen werden.

Fazit:

  • Bei den Garantierenten erfolgt eine kostengünstige Absicherung nur derjenigen Garantieleistungen, welche der Kunde auch benötigt und wünscht.
  • Hier speziell: hohe, lebenslang garantierte Rentenleistungen bzw. garantierte Zins- und Rentensteigerungen in der Aufschubdauer.
  • Wird in einem Jahr kein positiver Wertzuwachs erreicht, bleibt die Garantierente auf dem bisherigen Niveau bestehen.
  • Mögliche negative Wertentwicklungen bleiben immer auf das Investment begrenzt.
  • Rentenkürzungen sind damit ausgeschlossen und Gewinne bzw. Rentenerhöhungen werden für die Zukunft gesichert.
  • Transparente Garantiegebühr: Der Kunde weiss immer ganz genau, was er (mindestens) bekommt und was es ihn kostet.

Garantierenten auf dem deutschen Markt – die führenden Anbieter und Produktlösungen

Garantie Investment Rente

Vorreiter war die Canada Life, welche seit 2009 mit ihrer Garantie Investment Rente auf dem deutschen Markt vertreten ist. Die Garantie Investment Rente wird über die deutsche Niederlassung der Canada Life Assurance Europe Ltd. mit Sitz in Dublin (Irland)angeboten.

Die irische Gesellschaft ist eine Tochter der im Jahr 1847 gegründeten Canada Life – Kanadas ältestem Lebensversicherer. Die Canada Life Gruppe ist wiederum Teil der Finanzdienstleistungs-Holdinggesellschaft Great-West Lifeco Inc., einem der größten Versicherer weltweit.

Renta Protect

Im Jahr 2010 folgte dann die Schweizer Baloise Gruppe mit Sitz in Basel mit der Einführung von Renta Protect. Der Konzern tritt als Baloise Group auf und wurde 1863 als „Basler Versicherungs-Gesellschaft gegen Feuerschaden“ gegründet. Heute beschäftigt die Baloise Group ca. 8000 Mitarbeiter in ganz Europa und ist der drittgrösste Schweizer Allbranchen-Versicherungsdienstleister für Private und Unternehmen. Die Baloise tritt europaweit als Versicherer mit intelligenter Prävention, der „Sicherheitswelt“ auf.

Die Renta Protect wurde bis April 2013 von der Baloise Life angeboten – seit Mai 2013 erfolgt das Angebot über das Kompetenzzentrum der Baloise Group in Luxemburg, welche von dort aus das Geschäft mit innovativen Garantierenten für Privatkunden in ganz Europa betreibt. Die Kernmärkte sind die Schweiz sowie Deutschland, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein und Österreich.

Aegon Secure DepotRente

Seit Herbst 2013 ist mit der Aegon Secure DepotRente aus der Unternehmensgruppe der Aegon N.V. ein dritter etablierter Anbieter von investmentbasierten Garantierenten auf dem deutschen Vorsorgemarkt vertreten. Der niederländischer Versicherer Aegon N.V. ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Lebensversicherungsbereich. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Den Haag, Niederlande.

Anbieter der Aegon Secure DepotRente ist die auf flexible Rentenlösungen spezialisierte Aegon Ireland plc in Dublin. Hier hat Aegon die Spezialisten in einem Kompetenzzentrum zusammengeführt, um für Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande moderne und flexible Rentenlösungen anzubieten.

Produktmerkmale der Garantierenten: Sofortrente und aufgeschobene Rente – beides ist möglich

Die Garantierenten der drei Anbieter weisen auf den ersten Blick hohe Gemeinsamkeiten auf – bei intensiver Analyse unterscheiden sie sich im Detail aber deutlich.

Garantie Investment Rente

Die Produktlösung der Canada Life wendet sich hinsichtlich der Einstiegsvoraussetzungen an den potentiell größten Kundenkreis. Frühester Versicherungsbeginn bei der aufgeschobenen Rente ist bereits ab dem 40. Lebensjahr – der früheste Rentenbeginn ist sowohl bei der aufgeschobenen Rente wie auch bei der Sofortverrentung ab dem 60. Lebensjahr möglich.

Der Mindest-Einmalbeitrag beträgt bei der Sofortrente lediglich 20.000 EUR, der Einstieg bei der aufgeschobenen Rente ist bereits ab einer Einmalzahlung von 10.000 EUR möglich.

Renta Protect

Die Renta Protect aus dem Hause der Baloise ist ebenfalls als aufgeschobene Variante (Renta Protect Future) sowie als Sofortrente (Renta Protect Now) möglich. Bei der Variante Future ist der früheste Versicherungsbeginn ab dem 50. Lebensjahr – der früheste Rentenbeginn ist sowohl bei Renta Protect Future und Renta Protect Now das 60. Lebensjahr.

Der Mindest-Einmalbeitrag beträgt bei beiden Varianten jeweils 30.000 EUR.

Aegon Secure DepotRente

Die Aegon Secure DepotRente weist hinsichtlich Mindestbeitrag und Mindest-Eintrittsalter die höchsten Einstiegskriterien auf. Frühester Versicherungsbeginn ist das 55. Lebensjahr (seit Mitte 2014: das 45 Lebensjahr)  – frühester Rentenbeginn für beide Varianten ist auch hier das 60. Lebensjahr.

Sowohl für die aufgeschobene Rente als auch für die Sofortrente gelten als Mindest-Einmalbeitrag 50.000 EUR.

In der folgende Tabelle sind die Merkmale und Rahmendaten der drei Garantierenten im Überblick zusammengefasst.

Rahmendaten der Garantierenten im Überblick

Wichtige Merkmale der Garantierenten im Vergleich

Garantierenten – wie hoch sind die Rentengarantien?

Alle drei Rentenlösungen sind lebenslang garantierte Renten gegen Zahlung eines Einmalbeitrags. Die einzelnen Garantierenten unterscheiden sich teilweise deutlich hinsichtlich der Höhe der zugesagten Garantieleistungen.

Unter der Voraussetzung der 100-prozentigen Auszahlung des aktuellen Fondsguthabens im Todesfall (als Kapitalzahlung) kann die Höhe der garantierten Renten folgendermaßen bewertet werden.

Vergleich der Höhe der verschiedenen Garantierenten-Varianten

Die Höhe der Garantierenten im direkten Vergleich

 

Aufgeschobene Renten und flexibler Rentenbeginn – Welche Möglichkeiten gibt es, den bei Vertragsbeginn vereinbarten Rentenbeginn später zu verändern?

Grundsätzlich gelten bei allen drei Anbietern die harten und lebenslang garantierten Renten und garantierten Mindestzins- bzw. Mindesterhöhungen der Rentenbasis, sofern der Anleger die vertraglichen Regeln – insbesondere die vereinbarte Aufschubdauer bzw.den vertraglich fixierten Rentenbeginn – genau einhält.

Was aber passiert, wenn ein Anleger von der bei Vertragsabschluss vereinbarten Aufschubdauer abweichen möchte bzw. muss, weil sich seine Lebensumstände nach dem Vertragsabschluss geändert haben.

Im Kern geht es also hier um die Beantwortung der folgenden Frage:

Kann der Anleger bei den Garantierenten einem ursprünglich vereinbarten Rentenbeginn auch vorziehen bzw. weiter in die Zukunft verschieben?

Bitte beachten: Bei einer Veränderung des ursprünglichen Rentenbeginns sind die Rentengarantien für verschiedene Zeitpunkte, Zeiträume und zu deutlich differierenden Bedingungen bei den drei Anbietern in unterschiedlicher Art und Weise vertraglich vereinbart.

Daher müssen die folgenden Fragen gestellt werden und zur Beantwortung die jeweiligen Versicherungsbedingungen („das Kleingedruckte“) analysiert werden:

1. Es soll eine Verkürzung des ursprünglich vereinbarten Aufschubdauer erfolgen, d.h. vom Anleger wird ein vorgezogener Rentenbeginn gewünscht.

Ist dies möglich? Wenn ja, welche Rentengarantien gibt es jetzt?

2. Es soll eine Verlängerung des ursprünglich vereinbarten Aufschubdauer erfolgen, d.h. vom Anleger wird eine Verschiebung des ursprünglich vereinbarten Rentenbeginns gewünscht.

Ist dies möglich? Wenn ja, welche Rentengarantien gibt es jetzt?

In der folgende Tabelle werden die Möglichkeiten zum flexiblen Rentenabruf bei den Garantierenten zusammengefasst:

Unterschiedliche Möglichkeiten zum flexiblen Rentenabruf bei den Grantierenten

Flexibler Rentenbeginn möglich? Große Unterschiede bei den Garantierenten

Liquidität – sind zusätzliche Entnahmen möglich und wenn ja, was kostet es?

Ein wesentlicher Wunsch der Kunden 50/60 plus bei der Investition von Einmalbeiträgen ist die hohe Flexibilität im Hinblick auf die jederzeitige Verfügbarkeit des Anlagevermögens. Dies gilt sowohl für eine ggf. vereinbarte Aufschubphase und noch wichtiger, auch durchgängig für die gesamte spätere Rentenphase.

So sollen beispielsweise der Wunsch nach einer größeren Reise, eine Anschaffung und noch nicht erfüllte Lebensträume auch während der Rentenzahlung prinzipiell erfüllbar bleiben.

Andererseits können im Rentenbezug besondere Situationen und Umstände eintreten, welche nicht von vornherein planbar sind und ggf. eine zusätzliche Entnahme – wie etwa bei schweren Krankheitsverläufen – notwendig und sinnvoll machen können.

Hieran scheitern einige konventionelle Rentenlösungen. Spätestens in der Rentenphase ist der Anleger dort definitiv zum Rentner avanciert – und zwar ohne Rückfahrschein.

Bei den hier analysierten Garantierenten stellt sich damit für den Anleger ebenfalls die wichtige Frage:

Komme ich bei Liquiditätsproblemen bzw. zusätzlichen Liquiditätswünschen an das eingezahlte Geld heran? Ja.

Zusätzliche Entnahmen sind bei allen drei Produktlösungen möglich. Diese sind jedoch zu unterschiedlichen Bedingungen vertraglich geregelt, wie im Folgenden gezeigt wird.

Entnahmen sind zu unterschiedlichen Bedingungen bei den Garantierenten möglich

Unterschiedliche Bedingungen für Entnahmen und Kapitalzugriff bei den Garantierenten

Welchen Risikoschutz gibt es bzw. was wird im Todesfall an die Hinterbliebenen ausbezahlt?

Als Risikoschutz ist bei den drei Rentenlösungen vertraglich eine einmalige Kapitalzahlung im Todesfall vereinbart. Die Todesfallleistung ist dadurch für den Kunden einfach und transparent geregelt.

Im Todesfall wird jeweils das aktuelle Fondsguthaben ausgezahlt abzüglich bereits gezahlter Renten und Entnahmen – das aktuelle Guthaben wird dabei ohne Abzüge an die Hinterbliebenen bzw. bezugsberechtigten Personen ausgezahlt.

Ergänzend ist bei der Garantie Investment Rente als zusätzliche Untergrenze Folgendes mitversichert: Es wird auch hier das aktuelle Fondsguthaben ausbezahlt – mindestens jedoch immer der eingezahlte Beitrag abzüglich bereits gezahlter Renten und Entnahmen.

Fazit:

  • Alle Produktlösungen bieten dem Anleger eine klare und übersichtliche Todesfall-Leistung ohne Wenn und Aber.
  • Die Schwächen hinsichtlich einer nicht fairen Todesfallleistung bei klassischen Rentenlösungen, welche in der Praxis – insbesondere bei der Verwendung von (zu) niedrigen Rentengarantiezeiten – häufig zu beobachten sind, werden hier eliminiert.
  • Bei diesen stellt sich vermehrt erst im Todesfall heraus, dass ein nicht unerheblicher Teil des oftmals noch vorhandenen Verrentungskapitals dann nicht an die Hinterbliebenen fließt, sondern beim Versicherer verbleibt. Das dies in der Regel vom Kunden (und seinen Angehörigen) nur in bestimmten Fällen und familiären Konstellationen gewünscht ist, liegt auf der Hand.
  • Die hier analysierten Garantierenten offerieren im Todesfall dem Anleger (bzw. den Hinterbliebenen) mit der vollständigen und kostenfreien Auszahlung des aktuellen Fondsguthabens einen klar definierten Risikoschutz.
  • Dieser Risikoschutz bietet dem interessierten Anleger auch  im Hinblick auf eine vorausschauende Nachlassplanung und Vermögensübertragung („Erben und Schenken“) gute Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Kapitalanlage als Motor – wie wird der Einmalbeitrag investiert und welche Wertentwicklungen sind zu erwarten?

Die Anbieter der hier analysierten Garantierenten gegen Einmalbeitrag setzen bei ihren Zielinvestments ausschließlich auf interne Fonds bzw. Portfolios.

Investment und Garantien sind getrennt – aber immer aufeinander abgestimmt

Dies hat einen einfachen Grund: Die Garantien, die Kapitalanlage und die Instrumente zur Absicherung müssen jeweils genau aufeinander abgestimmt sein.

Die Garantien werden mit mathematischen Modellen am Kapitalmarkt über Derivate abgesichert. Zur Sicherstellung bedarf es bestimmter Voraussetzungen für die Kapitalanlage. So müssen diese institutionellen Fonds bzw. Portfolios klar definierte Eigenschaften aufweisen, um Rendite und Risiko jederzeit im gewünschten Verhältnis auszubalancieren.

Dadurch werden zum Einen realistische Chancen auf weitere Rentenerhöhungen eröffnet und zwar über die ursprünglichen Garantieleistungen hinaus. Voraussetzung für diese Rentensteigerungen ist zum anderen, dass der Anbieter insbesondere in unruhigen Marktphasen ein strenges und regelbasiertes Risikomanagement betreibt, um etwaige Kursverluste (ausschließlich auf der Fondsebene) strikt zu begrenzen.

Daher wird ausschließlich in sehr liquide Märkte investiert, welche jederzeit einen schnellen und kostengünstigen Ein- und Ausstieg ermöglichen. Die drei Versicherer nutzen hierfür sowohl die konzerneigene Investmentexpertise, teilweise wird auch externes Investment Know how von renommierten Vermögensverwaltern „eingekauft“, welche die durchgängig internen Fondslösungen nach den Vorgaben der Versicherer steuern.

Garantierenten – eine bedarfsgerechte Lösung für den Ruhestand

Um die eigentliche Kapitalanlage braucht sich damit der Anleger nicht mehr zu kümmern. Ebenso wenig kann er Einfluss auf die eigentliche Anlage bzw. auf die Fondszusammensetzung nehmen.

Lediglich bei der Garantie Investment Rente der Canada Life kann sich der Kunde anfänglich für eines von drei möglichen Portfolios mit unterschiedlichen Aktien- und Rentenanteil entscheiden. Bei der Renta Protect und auch bei der Aegon Secure DepotRente wird hingegen jeweils ein volatilitätsorientierter Spezialfonds als alleiniges Zielinvestment genutzt.

Dies entspricht im übrigen auch den Wünschen der meisten Anleger insbesondere für die Rentenphase. Im Rentenbezug möchte man sich keine Gedanken mehr um seine Geldanlage machen, sondern wünscht sich vor allem Eines: Stressfrei und entspannt den Ruhestand zu genießen!

Welche Wertentwicklungen können für die hinterlegten Investments und Fonds erwartet werden?

Welche Renditemöglichkeiten und damit Chancen auf Rentenerhöhungen hat der Kunde nun realistisch jenseits der Hochrechnungen in den Modellrechnungen?

Das hängt natürlich ganz erheblich von der Entwicklung der Kapitalmärkte ab und lässt sich nicht vorhersagen. Neben den generellen Einflussfaktoren wie Einstiegszeitpunkt, der Entwicklung der Kapitalmärkte und des Zinsniveaus  spielt natürlich auch die Investmentkompetenz des Anbieters eine wichtige Rolle.

Eines wird jedoch klar: Bereits mit den bislang auf dem deutschen Vorsorgemarkt angebotenen Garantierenten kann jeder Anleger eine individuelle und bedarfsgerechte Lösung entsprechend seiner persönlichen Wünsche und Präferenzen finden.

So sind zum einen Lösungen mit sehr hohen anfänglichen Garantierenten und entsprechend geringerem Steigerungspotential verfügbar. Auf der anderen Seite können auch Anbieter mit etwas geringere Anfangsgarantien und hohen garantierten Steigerungen gewählt werden.

Ebenso gibt es Lösungen, welche aufgrund eines offensiven Investments sehr hohe Wertentwicklungen ermöglichen können und trotzdem eine sehr hohe garantierte Rente von Beginn an bieten. Weitere Details hierzu finden Sie bei den Seiten zur jeweiligen Einzellösung.

Fazit:

  • Bei den Garantierenten erfolgt immer eine exakte Abstimmung zwischen den Garantien und der Kapitalanlage.
  • Deshalb werden ausschließlich interne Fondslösungen genutzt, welche spezielle Vorgaben erfüllen müssen. Es wird deshalb nur in sehr liquide und kostengünstige Vermögenswerte investiert.
  • Der Kunde erhält bei jedem Anbieter eine professionelle Vermögensverwaltung – – und das auch in der Rentenphase – und muss sich nicht selbst um die Kapitalanlage kümmern.
  • Die einzelnen Fondslösungen – und damit auch die verschiedenen Garantie-renten – haben unterschiedliche Rendite und Risikoprofile. Der Anleger hat dadurch den Vorteil, diejenige Garantierente wählen zu können, welche seinen persönlichen Erwartungen und Wünschen am besten entspricht.

 

Welche realistischen Chancen auf Rentenerhöhungen entstehen daraus tatsächlich für den Anleger?

In einem nächsten Schritt wird überprüft, welche realistischen Chancen auf Rentenerhöhungen sich für den Anleger auf der Vertragsebene aus den erwarteten positiven Wertentwicklungen auf der Ebene der Zieleinvestments ergeben.

Noch einmal zur Erinnerung: Mögliche negative Wertentwicklungen auf der Fondsebene wirken sich nicht auf die Höhe der lebenslang garantierten Rente aus, da diese strikt getrennt und unabhängig vom eigentlichen Investment versichert ist.

Die garantierte Rente kann bei allen drei Lösungen niemals fallen, sondern nur steigen. Die jeweils aktuelle Rente bildet damit ein klar definiertes Garantielevel für den Anleger mit welchem er lebenslang mindestens rechnen kann.

Auf der anderen Seite sind positive Wertentwicklungen auf der Fondsebene nicht zu 100 Prozent mit einer entsprechenden Rentensteigerung auf der individuellen Vertragsebene gleichzusetzen.

Weitere Faktoren auf der Vertragsebene, welche einen Einfluss auf die Realisierung von Rentensteigerungen haben

Prinzipiell hängt es – neben der notwendigen Voraussetzung einer positiven (Brutto-) Wertentwicklung auf der Fondsebene – weiterhin von der Ausprägung und dem Zusammenwirken der beiden folgenden Faktoren ab, inwieweit auch Rentensteigerungen auf der individuellen Vertragsebene für den Anleger entstehen.

  • der Höhe der laufenden Kosten auf der Fonds- und auf der Versicherungsebene
  • den Zeitpunkten bzw. Intervallen, zu welchen die bereits garantierte Rentenbasis mit dem aktuellen Fondswert verglichen wird.

Die laufenden Kosten der Garantierenten

Die laufenden Kosten, welche auf der Fondsebene (Verwaltungskosten) sowie auf der Vertragsebene (Garantiegebühren) entstehen, wirken selbstverständlich limitierend auf mögliche Rentensteigerungen. Erst wenn diese laufenden Kosten (über-)kompensiert werden, kann der Anleger eine Rentensteigerung erhalten.

Etwas vereinfachend ausgedrückt, muss zu einem vertraglichen Überprüfungszeitpunkt eine positive Wertdifferenz zwischen dem aktuellen Fondswert (unter Abzug der laufenden Kosten) und der bereits garantierten Rentenbasis bestehen.

Im Folgenden werden die laufenden Kosten der drei Garantierenten herausgearbeitet.

Die laufenden Kosten bei der Garantie Investment Rente der Canada Life im Überblick

Die Fondsverwaltungsgebühr ist bereits im ausgewiesen Anteilspreis des Fondsportfolios enthalten bzw. in der Wertentwicklung des jeweiligen Fondsportfolios aufgegangen.

Sie beträgt in Abhängigkeit des gewählten Fondsportfolios – in Prozent des Anteilsguthabens beim:

CLE Portfolio Chance IR: 1,550 Prozent

CLE Portfolio Balance IR: 1,475 Prozent

CLE Portfolio Defensiv IR: 1,400 Prozent

Die Garantiegebühr (p.a.) wird durch Auflösung von Fondsanteilen gedeckt. Sie ist ebenfalls abhängig vom gewählten Fondsportfolio und wird in Prozent der Rentenbasis belastet.

CLE Portfolio Chance IR: 1,65 Prozent

CLE Portfolio Balance IR: 1,25 Prozent

CLE Portfolio Defensiv IR: 1,00 Prozent

Weiterhin fallen monatliche Verwaltungskosten in Höhe von 3 EUR an. Diese Gebühr wird durch Auflösung von Anteilen erhoben.

Letzter Kostenpunkt ist eine jährliche Vertragsbetreuungsgebühr in Höhe von 0,25 Prozent. Diese Gebühr wird durch eine monatliche Auflösung von Fondsanteilen erhoben.

Die laufenden Kosten bei der Renta Protect der Baloise Vie im Überblick

Die Fondsverwaltungsgebühr für den BFI EUR Target Vol. 5% beträgt 1,50 Prozent des Kundenanteils am Fonds. Maximal kann diese Gebühr auf 2,00% angehoben werden.

Die Garantiegebühr (p.a.) wird monatlich dem Fondsguthaben entnommen und beträgt auf Jahresbasis 1,90 Prozent des Fondswerts.

Die laufenden Kosten bei der Aegon Secure DepotRente im Überblick

Die Fondsverwaltungsgebühr für das Aegon Portfolio Vol6 (EUR) beträgt 1,30 Prozent des aktuellen Fondswerts. Diese Gebühr wird anteilig kalendertäglich erhoben und ist im ausgewiesenen Anteilspreis bereits enthalten.

Die jährliche Garantiegebühr wird vierteljährlich dem Fondsguthaben entnommen und beträgt auf Jahresbasis 1,70 Prozent der garantierten Rentenbasis.

Fazit:

  • Die jährlichen Kosten für die Verwaltung und zur Sicherstellung der Garantieleistungen sind bei allen drei Garantielösungen durchgängig als angemessen zu bewerten. Wer hier meint, insbesondere garantierte Wertsteigerungen in der Aufschubpzeit sowie lebenslange Garantierenten auf diesem Niveau „umsonst“ zu bekommen, irrt.
  • Die Kosten sind auch in Relation untereinander als konsistent zu beurteilen. Die Renta Protect beispielsweise bietet dem Anleger durchgängig sehr hohe Garantieleistungen. Demzufolge sind zur Absicherung dieser Garantien auch etwas höhere Gebühren – beispielsweise gegenüber der Secure DepotRente – gerechtfertigt, welche ihre besonderen Stärken wiederum in einer sehr hohen Flexibilität hat.
  • Die erhobenen Kosten sind vor allem im Vergleich zu anderen Produkten im Vorsorgemarkt – im Hinblick auf die Höhe der Garantien und das gleichzeitige Rentensteigerungspotential – als fair zu bezeichnen.
  • Insbesondere fallen keinerlei versteckten Gebühren in der Kapitalanlage an und auch Dachfonds mit ihren doppelten Gebührenstrukturen kommen nicht zum Einsatz. Auch teure Indexzertifikate, welche von Versicherern und vor allem Banken verwendet werden – und in denen häufig versteckte (!) Kosten schlummern – werden nicht verwendet.
  • Die Investitionen erfolgen bei allen Zielinvestments über kostengünstige Anlagen nach ETF-Logik wie bei der Garantie Investment Rente bzw. auch über sehr liquide und preisgünstige Futures wie bei der Renta Protect.
  • Außerdem ist die Transparenz der Kostendarstellung durchgängig zu loben. Alle Kosten werden in den Produktinformationsblättern leicht verständlich dargestellt und bieten dem Anleger eine klare Entscheidungsgrundlage dafür, was er (mindestens) bekommt und was es ihn kostet.

Zu welchen Zeitpunkten wird überprüft, ob eine Rentensteigerung für den Anleger erfolgen kann?

Ein weiterer Faktor für mögliche Rentenerhöhungen sind die bedingungsgemäß festgelegten Intervalle bzw. Zeitpunkte, zu denen der Versicherer überprüft, ob die Wertentwicklung der Anteilsguthabens eine weitere Steigerung der garantierten Rente für den Anleger zulässt.

Hier sind jeweils die folgende Fragen zu stellen?

  • Was genau wird geprüft bzw. welche Werte werden miteinander verglichen?
  • Wann wird überprüft und ab welchem Zeitpunkt wird eine Rentenerhöhung dann vertraglich wirksam?

Zusammenfassung: Die Chancen auf zusätzliche Rentenerhöhungen bei Garantierenten

Als maßgeblich für mögliche Rentenerhöhungen wurden bislang die folgenden Einflussfaktoren herausgearbeitet:

  1. Eine positive Wertentwicklung aus der Fondsebene ist in jedem Fall notwendig, damit der Anleger – über die garantierten Steigerungen in der Aufschubphase hinaus – zusätzliche Rentensteigerungen erwarten kann. Die einzelnen Fondslösungen der Garantierenten bieten dem Anleger aufgrund unterschiedlicher Profile und Investmentansätze auch deutlich differierende Ertragschancen.
  2. Die laufenden Kosten haben einen limitierenden Einfluß auf weitere Rentensteigerungen. Erst wenn diese durch eine positive Wertentwicklung des Zielinvestments (über-) kompensiert werden, sind Rentenerhöhungen für den Anleger auf der persönlichen Vertragsebene möglich.
  3. Ein dritter und wesentlicher Faktor besteht in der Systematik sowie den Zeitpunkten und Stichtagen, welche für die Überprüfung von Rentenerhöhungen herangezogen werden.

Partnerrente und verbundene Leben – ist es auch möglich, zwei Personen in einem einzigen Vertrag zu versichern?

Während bislang der Standardfall betrachtet wurde, dass ein alleiniger Versicherungsnehmer (= Versicherte Person) der Vertragsinhaber ist, wird im Folgenden überprüft, ob auch zwei Versicherungsnehmer ( = Versicherte Personen) bei den hier betrachteten Garantierenten in einem einzigen Vertrag abgesichert werden können.

Das hat den folgenden Hintergrund: Bei einer Versicherungsgestaltung auf Basis nur einer einzigen versicherten Person (Einzelleben) wird im Todesfall jeweils das aktuelle Fondsguthaben an die hinterbeliebene (n) und bezugsberechtigte (n) Person (en) ausgezahlt. Der Vertrag und die lebenslang garantierte Rentenzahlung enden jedoch – eine weitere Rentenzahlung findet bei einer Rentenlösung auf Basis von „Einzelleben“ nicht statt.

Ist es nun der Wunsch des Kunden, z.B. den Ehepartner ebenfalls langfristig im Sinne eine Hinterbliebenenrente abzusichern, kann eine Vertragsgestaltung als Partnerrente sinnvoll sein.

Bei dieser Lösung handelt es sich um eine lebenslang garantierte Rente mit zwei Versicherungsnehmern ( = Versicherte Personen) in einem einzigen Vertrag. Dies wird auch als „Verbundene Leben“ bzw. als Leibrente auf zwei Leben bezeichnet, bei welcher die garantierte Rente gezahlt wird, solange zumindest noch eine versicherte Person lebt.

Welche Garantierenten ermöglichen dem Kunden die Vereinbarung einer Partnerrente?

Die Garantie Investment Rente der Canada Life bietet diese vertragliche Gestaltungsmöglichkeit nicht.

Bei der Renta Protect aus dem Hause der Baloise wie auch bei der Aegon Secure DepotRente ist es dagegen möglich, Partnerrenten zu versichern. Dies gilt sowohl für die Garantierte Sofortrente wie auch für die Garantierente mit Aufschub-dauer und einem späteren Rentenbeginn.

Partnerrente auf Letztversterbensbasis - die Rahmendaten für die einzelnen Garantierenten im Überblick

Partnerrente auf Letztversterbensbasis – die Regelungen im Vergleich

Was bedeuten Partnerrente und Letztversterbensbasis konkret?

Bei der Partnerrente ( = Verbundene Leben) handelt es sich (wie bei Einzelleben) ebenfalls um eine lebenslang garantierte Rente. Aufgrund des zweiten Versicherungsnehmers und der zweiten versicherten Person wird der Rentenvertrag jedoch auf Letztversterbensbasis geführt, damit die Rentenzahlung auch nach dem Todesfall einer der beiden versicherten Personen fortgesetzt wird.

Letztversterbensbasis bedeutet, dass sowohl der Vertrag wie auch die garantierte Rentenzahlung beim Tod der ersten Person weiter aufrecht erhalten werden. Dass heißt, die Rente wird vom Versicherer solange gezahlt, wie zumindest eine versicherte Person noch lebt.

Der Vertrag und die Rentenzahlung enden erst mit dem Tod der zweiten versicherten Person. Die Leistung im Todesfall der zweiten Person ist nun wiederum analog zur Lösung bei Einzelleben – ein vorhandenes Fondsguthaben wird dann ausgezahlt.

Im Folgenden werden die Vorteile und Regelungen bei der Partnerrente, d.h. bei einer Vertragsgestaltung mit zwei versicherten Personen zusammengefasst.

Die Vorteile und Regeln für die Partnerrente

  • Bei zwei Versicherungsnehmern ist die zweite versicherte Person trotz Versterbens der ersten Person mit einem lebenslang garantierten Einkommen abgesichert. (Verbundene Leben auf Letztversterbensbasis)
  • Das vorhandene Fondsguthaben fällt im Todesfall der zweiten versicherten Person nicht dem Versichertenkollektiv zu. Das zum Zeitpunkt des Todes der zweiten versicherten Person vorhandene Fondsguthaben wird immer an die Hinterbliebenen /Begünstigten ausgezahlt.
  • Bei zwei Versicherungsnehmern gelten die Rentenfaktoren für zwei versicherte Personen zum Start der Rentenzahlung. Hierfür ist das Alter der jüngeren versicherten Person maßgeblich.
  • Sollte die ältere versicherte Person vor Beginn der Rentenzahlung versterben und die jüngere versicherte Person überleben, so bleibt es bei dem vertraglich vereinbarten Rentenfaktor.
  • Sollte hingegen die jüngere versicherte Person vor Beginn der Rentenzahlung versterben und die ältere versicherte Person überleben, so wird der bei Vertragsabschluss festgelegte höhere Rentenfaktor der älteren versicherten Person beibehalten.

Fazit:

  • Sofern die vertraglichen Voraussetzungen erfüllt werden, werden mit den Garantierenten der Baloise und der Aegon dem Kunden auf dem deutschen Vorsorgemarkt zwei Lösungen für eine Leibrente auf verbundene Leben (Partnerrente auf Letztversterbensbasis) geboten.
  • Sowohl Renta Protect als auch die Aegon Secure DepotRente bieten – für unterschiedliche Erfordernisse – gute Gestaltungsmöglichkeiten, eine Partnerrente abzusichern.
  • Damit kann innerhalb einer einzigen Vertragslösung nach dem Versterben der ersten versicherten Person auch für die zweite versicherte Person eine lebenslang garantierte Rentenzahlung sichergestellt werden, da die garantierte (Partner-) Rente auf Letztversterbensbasis kalkuliert wird.
  • Die Absicherung einer Partnerrente wird vom Kunden insbesondere dann in Erwägung gezogen, wenn aufgrund bestimmter Erfordernisse für zwei versicherte Personen ein zusätzliches Renteneinkommen lebenslang fließen muss, wie  dieses Praxisbeispiel zeigt.

Der Steuervorteil: die geringe Ertragsanteilsbesteuerung – so werden die lebenslangen Garantierenten besteuert

Die hier analysierten Garantierenten sind lebenslange Renten aus privaten Rentenversicherungen und werden als „Sonstige Einkünfte“ nur mit dem sogenannten Ertragsanteil versteuert.

Garantierenten sind private Renten – Steuerliche Begünstigung durch niedrigen Ertragsanteil

Was bedeutet das für den Anleger konkret?

Die eingezahlte Einmalbeitrag in eine private Rentenversicherung wird aus bereits versteuertem Einkommen geleistet. Deswegen darf dieser (Beitrags-) Teil der Rente später nicht nochmals versteuert werden.

Stattdessen wird lediglich der sogenannte Ertragsanteil als Bemessungsgrundlage für die Besteuerung herangezogen. Hierbei handelt es sich um den einkommensteuerpflichtigen Anteil der Rente, welcher wirtschaftlich dem (pauschalierten) Zinsertrag der Anlage entspricht.

Aufgrund der Schwierigkeiten in der Praxis, die jeweils realen Erträge genau zu erfassen, wird im Steuerrecht stattdessen mit pauschalen Prozentsätzen gearbeitet. Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils ist dabei abhängig vom Alter des Rentenberechtigten zum Beginn der lebenslangen Rentenzahlung und kann den Tabellen zum Ertragsanteil in § 22 Einkommenssteuergesetz (EStG) entnommen werden.

Steuervorteil: Garantierenten - diese werden als lebenslange Renten lediglich mit den niedrigen Ertragsanteil besteuert

Garantierenten werden als lebenslange Renten nur mit dem niedrigen Ertragsanteil besteuert

Praxis-Tipp:

Wichtig ist, dass sich der Ertragsanteil nach dem jeweils vollendeten (!) Lebensalter beim erstmaligen Rentenauszahlungsdatum richtet und dann lebenslang konstant bleibt. Je später der Rentenbeginn bzw. je älter der Kunde ist desto geringer ist der Ertragsanteil.

Aus der folgenden Tabelle kann für unterschiedliche Rentenbeginnalter beispielhaft die steuerliche Belastung für eine lebenslang garantierte Rente in Höhe von monatlich 1.000 EUR bei einem angenommenen Einkommenssteuersatz von 30 Prozent entnommen werden.

Die Vorteile der niedrigen Ertragsanteilsbesteuerung werden deutlich

Je älter man beim Rentenbeginn ist – desto geringer ist der Steuerabzug

 

Zusätzliche Steuervorteile bei Garantierenten – die Zugewinne bleiben steuerfrei!

Bei den Garantierenten erzielen die Fondsinvestments in der Aufschubdauer und auch während der Rentenphase regelmäßige Zugewinne in Form von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen.

Bei einer herkömmlichen Fondsanlage würden diese laufenden Fondserträge sowie Realisierungen von Kursgewinnen jedes Jahr mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent belastet werden.

Steuerfreie Erträge der Fondsanlagen

Die anfallenden Kapitalerträge der Garantierenten werden jedoch nicht ausgezahlt und sind im Zeitpunkt des Zuflusses innerhalb der Versicherungslösung für den Anleger steuerfrei. Damit kann insbesondere in der Aufschubzeit das Fondsvermögen und damit das spätere Verrentungskapital ohne steuerliche Abzüge anwachsen, was einen wichtigen Ertragsvorteil gegenüber herkömmlichen Fonds- bzw. Geldanlagen darstellt.

Ein Beispiel:

Bei einem investierten Einmalbeitrag in Höhe von 100.000 EUR in eine Garantierente wächst durch Zinsen, Dividenden und Kursgewinne das Verrentungskapital zum geplanten Rentenbeginn auf 150.000 EUR an.

Die hier in der Aufschubdauer anfallenden Kapitalerträge werden dem Fondsinvestment des Kunden innerhalb der Garantierentenlösung ohne jegliche Belastung von Ertragssteuern zugeteilt.

Bei einer reinen Fondsanlage würde hingegen regelmäßig die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent auf die anfallenden Erträge und auf realisierte Kursgewinne zur Anwendung kommen, was die Höhe des erwarteten Verrentungskapitals gegenüber der Versicherungslösung stark schmälern würde.

Praxis-Tipp:

Steuerfreier Wechsel in ein anderes Fondsportfolio bei der Garantie Investment Rente

Speziell bei der Garantie Investment Rente kann ein weiterer Steuervorteil genutzt werden. Wird bei einer direkten Fondsanlage ein Fondswechsel bzw. eine Umschichtung vorgenommen, werden etwaige Wertzuwächse und Erträge abgeltungssteuerpflichtig.

Dagegen bleiben bei der Garantie Investment Rente bei einem Portfoliowechsel bzw. einer Umschichtung in ein Portfolio mit geringerem Risikoprofil die bisherigen Kapitalerträge und der Wertzuwachs von der Abgeltungsteuer befreit, da sie innerhalb der Versicherungslösung anfallen.

Und was passiert bei Entnahmen bzw. (Teil-) Rückkauf? Welche steuerlichen Regelungen greifen dann bei den Garantierenten?

Bei den lebenslangen Garantierenten ist die Besteuerung im Falle von zusätzlichen Kapitalentnahmen immer von der bereits abgelaufenen Vertragsdauer und dem aktueller Alter den Kunden abhängig. Auch das gilt sowohl für die Garantierte Sofortrente wie auch für die Garantierente mit Aufschubdauer und späteren Rentenbeginn.

Bei Entnahmen sind die bisherige Vertragsdauer und das erreichte Alter für die angewandte Steuer entscheidend

Nach einer abgelaufenen Vertragsdauer von mindestens 12 Jahren werden nur 50 Prozent des Ertrags (Halbeinkünfteverfahren) mit dem individuellen Einkommenssteuersatz versteuert, sofern der Versicherungsnehmer mindestens 62 Jahre alt ist. Hierbei handelt es sich steuerlich um die sogenannte 12/62-Regelung.

Sollte der Vertragsabschluss noch keine 12 Jahre zurückliegen oder der 62. Geburtstag noch nicht erreicht sein, wird von den Erträgen die Abgeltungsteuer einbehalten. Die Abgeltungsteuer beträgt dann pauschal 25 Prozent (zusätzlich fallen Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an). Die 12/62-Regelung gilt seit dem 1. Januar 2012 – davor galt die entsprechende 12/60-Regelung.

Anmerkung:

Sofern der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegen sollte, kommt der niedrigere Steuersatz zur Anwendung. Über die Steuererklärung würde dann im Jahr darauf die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer zurückerstattet werden. Alternativ bietet sich auch das Eintragen eines Freibetrages im Rahmen einer Nichtveranlagungs – Bescheinigung an.

Wichtig zu wissen – es wird immer nur der anteilige Ertrag je Entnahme versteuert

Bei der Besteuerung von Entnahmen aus Garantierenten ist eines wichtig:

Die Besteuerung bezieht sich immer nur auf den Teil der Erträge des Versicherungsvertrages, welche auf den entnommenen Betrag entfallen.

Auch hierzu ein Beispiel:

In einem Garantierenten – Vertrag sind seit dem Vertragsbeginn insgesamt 20.000 EUR an Erträgen angefallen.

Es gab bislang noch keine Rentenzahlungen und auch noch keine Kapitalentnahmen.

Nun werden einmalig 50 Prozent des Kapitals kostenfrei entnommen. Hierauf entfallen entsprechend 50 Prozent der bisherigen Erträge des Vertrages, also 10.000 EUR.

Mit den folgenden Berechnungen wird beispielhaft die steuerliche Belastung bei Entnahmen aus Garantierenten für unterschiedliche Konstellationen veranschaulicht.

Werden Entnahmen aus Garantierenten getätigt sind die bisherige Vertragsdauer und das erreichte Alter für die angewandte Steuer entscheidend

Besteuerung der Entnahmen – Abgeltungssteuer oder Halbeinkünfteverfahren kommen zur Anwendung

 

Interpretation der Ergebnisse

Die bisherige Vertragslaufzeit und das erreichte Alter sind dafür maßgeblich, ob die Abgeltungssteuer oder die Einkommenssteuer gemäß Halbeinkünfteverfahren auf den anteiligen Ertrag einer Entnahme angewendet wird.

Beispiel 1 der Tabelle zeigt, dass – obwohl bereits eine 14-jährige Vertragslaufzeit zum Zeitpunkt der Entnahme besteht – die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent auf den Ertrag von 10.000 EUR zur Anwendung kommen muss, da der Kunde die zweite Bedingung (Alter: 62 Jahre) zum Zeitpunkt der Entnahme noch nicht erfüllt.

In Beispiel 2 ist es genau anders herum: Hier ist der Kunde zum Zeitpunkt der Entnahme zwar bereits 65 Jahre alt, allerdings liegt seine bisherige Vertragslaufzeit mit 8 Jahren noch unter der 12-Jahres-Grenze, welche zur Anwendung des Halbeinkünfteverfahrens berechtigen würde. Daher werden auch in diesem Beispiel 25 Prozent Abgeltungssteuer auf den Ertrag in Abzug gebracht.

In Beispiel 3 und 4 handelt es sich bei der Entnahme zwar ebenfalls um Einkünfte aus Kapitalvermögen. Allerdings kann nun die Einkommenssteuer gemäß Halbeinkünfteverfahren zur Anwendung kommen, da beide notwendigen Kriterien erfüllt sind.

Der halbe Wertzuwachs unterliegt jedoch nicht der Abgeltungsteuer, sondern ist über die Steuererklärung mit dem persönlichen Steuersatz des Kunden zu versteuern. Das heißt, der halbe Ertragszuwachs geht als Kapitaleinkünfte in das zu versteuernde Einkommen ein und wird dann nach der Grund- bzw. Splittingtabelle besteuert.

Praxis-Tipp:

Bei einer Entnahme aus einer Garantierente ist (bei Vorliegen der genannten Voraussetzungen) die tarifliche Besteuerung des anteiligen Ertrags mit dem Halbeinkünfteverfahren für den Kunden immer auch vorteilhafter als die steuerliche Regelung bei einer direkten Fondsanlage, wo regelmäßig die Abgeltungssteuer auf Erträge und realisierte Kursgewinne angewendet wird.

Selbst beim Spitzensteuersatz von 45 Prozent (Beispiel 4) macht die Hälfte mit 22,5 Prozent weniger aus als die Abgeltungsteuer mit 25 Prozent, welche bei herkömmlichen Fondsinvestments zur Anwendung kommt.

Beträgt der Grenzsteuersatz zum Zeitpunkt der Entnahme z.B. nur 30 Prozent (Beispiel 3), beträgt der Steuervorteil sogar 10 Prozent-Punkte (25 Prozent abzüglich 15 Prozent). Dies führt zu einer deutlichen Minderung des Ertragssteuerabzugs und damit auch zu einer deutlich höheren Netto – Entnahme für den Anleger gegenüber einer Besteuerung mit der Abgeltungssteuer.

Zusammenfassung aller Steuervorteile von Garantierenten

Zusammenfassung der Steuervorteile von lebenslangen Garantierenten

Garantierenten besitzen als lebenslange Renten umfangreiche Steuervorteile

 

Näheres zu den Zielinvestments der drei Garantierenten finden Sie auf den jeweiligen Produktseiten der einzelnen Rentenlösungen.

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