Unternehmer und Altersvorsorge – ein Fallbeispiel

Ein Praxisbeispiel aus Norddeutschland:

Hier erfahren Sie, welche Entscheidungen der Unternehmer Kurt Emsig treffen muss, um eine sichere Altersversorgung zu erreichen. Professionelle Ruhestandsplanung für Unternehmer in fünf Stationen.

 

Inhaltsverzeichnis

Die Ausgangssituation von Firmenchef Emsig

Wenn einen Unternehmer der kommende Ruhestand unruhig macht

An einem verregneten Tag im Oktober 2014: Kurt Emsig grübelt … doch warum eigentlich? Er ist vor wenigen Tagen 61 Jahre alt geworden. Ihm und seiner Frau C geht es gut und auch die beiden Kinder A und B bereiten ihm keine Sorgen. Und in seiner Firma läuft mittlerweile wieder alles ordentlich – auch wenn die Jahre nach der Finanzkrise 2008/2009 nicht immer einfach waren.

Unternehmer Emsig ist alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH in Norddeutschland, welche im Zulieferbereich tätig ist. Mit 65 Jahren möchte er in den wohlverdienten Ruhestand gehen … und genau das macht ihn in letzter Zeit zunehmend unruhig. Durch mehrere Gespräche mit seiner Frau und mit Freunden wurde ihm recht schnell klar, was ihm fehlt.

Eine entspannte Rentenphase bedarf einer guten Vorbereitung

Emsig hat in den letzten drei Jahrzehnten immer für seine Firma gelebt und tut es immer noch. In seinem normalen Arbeitsalltag ist es ihm wichtig, die Dinge im Griff zu haben und immer gut vorbereitet sein – sei es in Verhandlungen mit Geschäftspartnern, im normalen Arbeitsalltag, aber auch in den vielen Gesprächen mit seinen Mitarbeitern. Durch eine gute und vorausschauende Planung konnten er und seine Prokuristin die Firma bislang auch durch schwierige Phasen erfolgreich hindurch navigieren.

Nur seine persönliche und finanzielle Vorsorge- und Ruhestandsplanung hat der selbständige Unternehmer, über das Tagesgeschäft hinaus, bislang weitestgehend vernachlässigt. Wichtige Fragen hinsichtlich seiner Altersvorsorge sind noch nicht geklärt. Wird seine Rente ausreichen, um ihm und seiner Frau auch im Ruhestand ein gutes und sicheres Einkommen zu sichern? Und was passiert eigentlich wenn er selbst einmal ausfallen würde?

Ebenso belastet ihn zusehends die bislang ungeklärte Unternehmensnachfolge. Emsig ist hier keine Ausnahme. Für viele Selbständige und Unternehmer ist es schwierig, an einen Rückzug aus der eigenen Firma zu denken, welche man über viele Jahre mit viel Mühe aufgebaut hat, zumal dieses Thema auch gern „auf die lange Bank geschoben wird“, wie dieser Gastbeitrag zur Unternehmensnachfolge auf MittelstandsWiki sowie das folgende Kurzvideo „Den richtiger Nachfolger finden“ verdeutlichen.

Auch Emsig kostet es einige Überwindung, daran zu denken, dass er sich in einigen Jahren von seinem Lebenswerk lösen soll. Oder ist es vielleicht sogar eine sinnvolle Option für ihn, weiter gestaltend im Unternehmen mitwirken, z.B. als (Mit-) Gesellschafter oder vielleicht auch über ein Beratungs-Mandat?

Viele Fragen – auf die Unternehmer Emsig heute “noch“ keine Antworten hat. Dies will er nun unbedingt ändern …

Ruhestandsplanung für Selbständige & Unternehmer – die Grundlagen

Kurt Emsig hat in den letzten Wochen zwei Gespräche mit einem Finanz- und Ruhestandsplaner geführt, welcher sich auf Kunden 55 plus spezialisiert hat und bereits verschiedene Selbständige, Unternehmer und Freiberufler mit ähnlichen Fragestellungen betreut. Der Kontakt zu dem Schweizer Finanzplaner, welcher bereits seit Jahren in Deutschland lebt und arbeitet, wurde durch seinen eigenen Steuerberater hergestellt.

Welche persönlichen und finanzielle Wünsche und Ziele haben Unternehmer Emsig und seine Frau für Ihren Ruhestand?

Im ersten Gespräch ging es primär darum, herauszufinden was sich Emsig und seine Frau für die Zeit Ihres Ruhestands vorstellen. Was sind ihre Wünsche, welche Ziele haben sie, wie möchten sie später leben? Der Finanzplaner stellte hier viele Fragen …

Vier Schwerpunkte bei den persönlichen Zielen für den Ruhestand kristallisierten sich schließlich bei dem Unternehmerpaar Emsig heraus:

Freiraum und mehr Zeit - ein großer Wunsch von Unternehmer Emsig und seiner Frau für die Ruhestandsphase

Freiraum und mehr Zeit – ein wichtiger Wunsch von Unternehmer Emsig und seiner Frau für ihren Ruhestand

  • Unternehmer Emsig und seine Frau C möchten sich auch im Alter ihre persönliche und finanzielle Unabhängigkeit bewahren. Eine gute und auskömmliche Altersversorgung ist ihnen besonders wichtig. Außerdem hat insbesondere Kurt eine recht kostspieliges Hobby für sich (wieder) entdeckt … er will seine Pilotenlizenz reaktivieren und möchte im Ruhestand dieser neu entdeckten Leidenschaft wieder verstärkt nachgehen.
  • Außerdem wünschen sich Emsig und seine Frau für ihre Ruhestandphase vor allem Eines: FREIRAUM – Zeit für sich selbst und ihre Kinder, für alte und auch neue Freunde. Kurt und C. sind kein klassisches Unternehmerpaar, da C. seit langem nicht mehr beruflich tätig ist. Ungeachtet dessen: Beide haben gerade in den letzte Jahren sehr viel Energie und Kraft investieren müssen: Kurt in der Firma und seine Frau C. in dem sie ihm immer den Rücken frei gehalten hat – und das vor allem auch in den Zeiten, in denen es in der Firma nicht gut ging.
  • Kurt Emsig ist zudem sehr wichtig, was zukünftig aus seiner Firma wird. Er hat hier zwar noch kein konkretes Szenario für die Unternehmensübertragung im Auge und ist deshalb auch für mehrere Alternativen offen. Allerdings möchte er, dass die Unternehmensnachfolge oder auch der Unternehmensverkauf verantwortungsvoll und mit ruhiger Hand gestaltet werden kann. Insbesondere seinen Mitarbeitern und Kunden fühlt sich der langjährige Unternehmer hier verpflichtet. Andererseits muss das Ehepaar Emsig natürlich auch im Auge behalten, inwieweit der Unternehmenswert bzw. das in der Firma gebundene Vermögen für die Sicherung der eigenen Altersversorgung notwendig sein wird.
  • Mit der Wunsch nach einer sicheren Altersvorsorge ist weiterhin verbunden, dass Kurt und C. auch bei Schicksalsschlägen bzw. in Extremsituationen gut versorgt sein wollen. Auch für die beiden Kinder soll später eine faire Vermögensübertragung sichergestellt werden.

Exkurs: Eine vorausschauende Übertragung von Vermögenswerten bereits zu Lebzeiten hat immer auch Auswirkungen auf die Altersvorsorge von Selbständigen und Unternehmern – diese kann viele Vorteile bieten, allerdings sind auch die Nachteile und Einschränkungen zu beachten. In jedem Fall ist eine fundierte rechtliche Beratung angeraten – bitte wenden Sie sich hierzu direkt an die Experten der Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V.  oder an die Finanzplaner der TWC Consulting GmbH, welche Ihnen gerne einen spezialisierten Fachanwalt aus ihrem Netzwerk empfehlen wird.

 

Viele Wechselwirkungen – ganzheitliche Planung ist die Lösung

Die Wünsche und Ziele des Unternehmerpaares lassen sich nur mit einer ganzheitlichen und vernetzten Ruhestandsplanung umsetzen. Jeder dieser einzelnen Wünsche hat für die Eheleute Emsig eine hohe Relevanz. Es ist daher entscheidend, hier in Teilschritten und auch mosaikartig zu denken, um das tatsächlich Gewünschte dabei nicht aus den Augen zu verlieren.

Auf der anderen Seite hat auch jedes Teilziel wiederum Auswirkungen auf andere Ziele und es ist wichtig, diese Vernetzung und die jeweiligen Wechselwirkungen zu erkennen und zu bewerten. So ist beispielsweise die Frage zu klären, ob die Eheleute Emsig tatsächlich dazu bereit sind, in den nächsten Jahren noch einmal verstärkte finanzielle Anstrengungen zu unternehmen, um ggf. vorhandene Lücken in ihrer Altersversorgung noch bis zum Rentenbeginn schließen zu können. Schließlich geht mit Investitionen für die spätere Vorsorge im Alter immer auch ein gewisser (Konsum-) Verzicht im Hier und Jetzt einher.

Ebenso muss die – auch finanziell – bedeutsame Frage geklärt werden, was aus dem Unternehmen von Emsig werden soll und ob bzw. wie seine Firma ein wesentlicher Baustein für die eigene Altersvorsorge werden kann. Schließlich hat der selbständige Unternehmer im Verlauf seinen Lebens immer wieder größere Teile seines Vermögens in seine Firma reinvestiert – auch mit der Erwartung, dass ihm dies bei der späteren Finanzierung seiner Rente helfen wird.

Allerdings ist Emsig klar, dass z.B. bei einer geplanten Veräußerung des Unternehmens die Erwartungshaltungen von Verkäufer und potentiellen Käufer häufig sehr weit  auseinanderliegen. Bei abweichenden Kaufpreisvorstellungen können sogenannte Earn-Out-Klauseln eine geeignete Gestaltungsempfehlung für den Brückenbau zwischen Firmeninhaber und Käufer sein, damit eine Transaktion dennoch zustande kommen kann, wie der Finanzplaner aus seiner Beratungspraxis ergänzt.

Ungeachtet dessen ist ein erfolgreicher Unternehmensverkauf heutzutage längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Bei den vierteljährlich stattfindenden Unternehmerabenden, an denen viele Selbständige und Unternehmer aus seiner Region regelmäßig teilnehmen, ist das ein häufig beherrschendes Thema. Und führt – nebenbei gesagt – ebenso regelmäßig zu teilweise hitzigen Diskussionen, wenn hier die Meinungen und Interessen der unterschiedlichen Unternehmergenerationen aufeinandertreffen.

Emsig merkt mit jeder Minute, mit der er sich intensiv mit diesen (lange Zeit eher verdrängten ) Themen beschäftigt, wie wichtig es ist, jetzt auch dranzubleiben und zusammen mit dem Finanzplaner und seinem Steuerberater tragfähige Lösungen für den Ruhestand zu erarbeiten.

Private Altersvorsorge – und was ist mit den persönlichen Risiken?

Der Finanzplaner hat in den Gesprächen sehr genau zugehört und empfiehlt dem Unternehmerpaar ein Vorgehen in Teilschritten und unter Berücksichtigung ihrer individuellen Situation.

In einem ersten Schritt wird man sich dem Bereich “Prüfung und Absicherung von existentiellen Risiken“ von Kurt und seiner Frau sowie der beiden Kinder A und B. widmen. Hiermit sind insbesondere die personengebundenen Risiken wie Unfall, Krankheit, Pflege und auch Tod gemeint.

Zwar sind beide Kinder von Kurt und C bereits erwachsen und stehen auch finanziell erfolgreich auf eigenen Füßen. Eine grundlegende Überprüfung auch der Absicherung der erwachsenen Kinder ist in Unternehmerfamilien jedoch immer angeraten – gerade auch vor dem Hintergrund des Schutzes des gesamten Familienvermögens bei dem Eintritt von Risikofällen.

Die vorhandenen Absicherungen werden einer genauen Bestandanalyse unterzogen und bei Bedarf optimiert bzw. ergänzt. Dies ist deshalb so wichtig, da eine Altersvorsorge und Ruhestandsplanung für Unternehmer und Selbständige nur dann sinnvoll und tragfähig ist, wenn sie auch robust gegenüber unerwarteten Schicksalsschlägen ist.

Für diesen Teilbereich wird ergänzend ein Berater aus dem Netzwerk des Finanzplaners hinzugezogen, welcher auf die bedarfsgerechte Absicherung von biometrischen Risiken spezialisiert ist.

Was wird aus seiner Firma, wenn Unternehmer Emsig einmal ausfällt?

Der Finanz- und Ruhestandsplaner hat das große Ganze immer im Blick: In einem weiteren Schritt wird deshalb auch ein Risiko-Check für das Unternehmen von Emsig durchgeführt, wenn ihm einmal etwas passieren sollte.

Wie ist die Firma vom Emsig darauf vorbereitet, wenn der Chef dauerhaft ausfallen sollte? Unerwartete Ausfälle des Unternehmenslenkers bringen oft das komplette Unternehmen ins Wanken. Auch hier zeigen sich die Wechselwirkungen zur privaten Vorsorge, denn die GmbH ist der mit Abstand größte Vermögenswert, den Emsig besitzt. Würde die Firma durch seinen Ausfall in eine Krise geraten würde sich das auch unmittelbar auf den Vermögensstatus der Eheleute Emsig und ihre finanzielle Situation auswirken.

Für so einen Ernstfall muss in jeder Firma adäquat vorgesorgt werden. Selbstverständlich hatten Emsig und seine Prokuristin bereits einen Notfallplan im Unternehmen installiert. Allerdings wurde das vor vielen Jahren einmal gemacht und ob dieser Plan heute noch passt, wurde seitdem nicht mehr regelmäßig geprüft.

Insbesondere die folgenden Punkte und Fragestellungen müssen regelmäßig auf den Prüfstand gestellt und ggf. aktualisiert werden, damit Vermögen und Altersversorgung durch einen Risikofall bzw. den Ausfall des Unternehmers nicht gefährdet werden:

  • Kann die Prokuristin im Notfall kurzfristig die Geschäftsführung im Unternehmen vollumfänglich übernehmen?
  • Sind dafür tatsächlich alle Voraussetzungen erfüllt worden? (Handlungsvollmacht, Bankvollmacht, vollständige Prokura, usw.)
  • Liegen der Prokuristin / der Ehefrau / dem Notar alle wichtigen Kopien von Dokumenten vor?
  • Sind auch alle Vollmachten, Zweitschlüssel, Passwörter, wichtige Adressen, Checklisten zur weiteren Vorgehensweise, Angaben zum Aufbewahrungsort der Originaldokumente sicher und ggf. doppelt bei den obigen Personen hinterlegt?

Der Finanzplaner ist auch bei diesen sensiblen Fragestellungen sehr offen zu dem Unternehmerpaar und empfiehlt in Zusammenarbeit mit dem Steuerberater und der Aktuarin die Erarbeitung eines Notfall-Handbuchs bzw. einen Notfallkoffers. Dies ist ganz in Emsig´s Sinn, gerade auch im Hinblick auf eine  langfristig tragfähige Vorsorge- und Ruhestandsplanung. Lieber heute die eher unangenehmen Themenbereiche sauber abklären und dafür dann das sichere Gefühl haben, dass auch im Fall der Fälle die wichtigen Dinge im Privaten und in der Firma gut geregelt sind.

Tipp: Auf der Webseite der IHK-Berlin finden Sie ein detailliertes und umfangreiches Notfall-Handbuch für Unternehmer zum Download. Einen schnellen und ersten Überblick zu den Inhalten für einen Notfallkoffer für Unternehmer finden Sie in dieser Checkliste der Handwerkskammer Reutlingen zum Download.

Risikoabsicherung und Notfall-Vorsorge – die Basis für eine sichere Altersversorgung

Einige Wochen später … alle Beteiligten haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die Analyse und Optimierung der biometrischen Risiken wurden durchgeführt. Und auch der Notfallplan für den Fall, dass Emsig einmal etwas zustoßen sollte, wurde überarbeitet und in Form eines konkreten Notfallkoffers für Emsig´s Unternehmen in die Praxis umgesetzt.

Ebenso wurde die Notwendigkeit eines immer aktuellen Unternehmertestaments, welches stets mit dem Gesellschaftervertrag abzustimmen ist, herausgearbeitet. Da der selbständige Unternehmer ja momentan noch nicht weiß, wohin die Reise in Bezug auf seine Firma gehen soll, wird diesem Punkt in den nächsten Jahren eine hohe Priorität eingeräumt werden. Auch in Zukunft wird hier das ergänzende Hinzuziehen eines Fachanwalts sinnvoll sein, um bei notwendigen Änderungen das grundsätzlich Gewünschte immer zukunfts- und rechtssicher umzusetzen.

Da die grundlegenden Risiken auf persönlicher und auf Firmenebene in einem ersten Schritt bewertet und auf dem aktuell notwendigen Niveau abgesichert sind, ist die grundlegende Basis gelegt.

Kurt Emsig und sein Finanzplaner können nun mit dem Kernbereich der Ruhestandsplanung beginnen – der Erarbeitung eines tragfähigen Konzepts für die Altersversorgung des Unternehmers und seiner Ehefrau C.

Unternehmer Emsig und sein Vorsorge-Fahrplan zum Ruhestand

Der Finanzplaner schlägt dem Firmenchef auch in diesem Fall ein systematischen Vorgehen bei der Erarbeitung des Ruhestandskonzepts vor.

Die finanzielle Ruhestandsplanung gleicht hierbei, aufgrund der planvollen Struktur, einer Bahnfahrt mit mehreren Stationen und einem klar definierten Ziel: Sicherstellung einer stabilen und auskömmlichen Altersversorgung für den selbständigen Unternehmer und seine Frau.

Auf dieser Fahrt in Richtung Ruhestand ist jede einzelne Station von hoher Bedeutung und und bildet die Basis für die Weiterfahrt und das sichere Erreichen der nächsten (Teil-) Station. Wichtig ist hierbei: Bevor nicht alle notwendigen Aufgaben an einer Station erledigt sind, darf es keine Weiterfahrt geben, da andernfalls … (Sie ahnen es bereits) “die geplante Endstation nicht pünktlich erreichen werden kann“ bzw. die gewünschten Versorgungsziele gefährdet werden.

Und nun kann die “Fahrt“ für Unternehmer Emsig beginnen …

Station 1: Versorgungsziele für den Ruhestand definieren

Um eine gute und auskömmliche finanzielle Versorgung zum Rentenbeginn zu erreichen, müssen die konkreten Ziele für die Renten- und Altersversorgung zunächst einmal festgelegt werden. In ca. vier Jahren möchten die Emsig´s  aus dem Arbeitsleben in die Rentenphase wechseln … damit auch im neuen  Lebensabschnitt finanziell alles so bleiben kann, wie es momentan ist,  sollten bereits heute die richtigen Weichen dafür gestellt werden.

Die richtigen Weichen bereits heute stellen - damit für Unternehmer der Wechsel vom Arbeitsleben in die Rentenphase auch wie geplant verläuft.

Die richtigen Weichen bereits heute stellen – damit für Unternehmer der Wechsel vom Arbeitsleben in die Rentenphase reibungslos verläuft.

Wieviel Rente wird man brauchen?

Wie hoch soll das Einkommen bzw. die Rente der Eheleute Emsig im Ruhestand sein? Welchen Lebensstandard wünschen sich der Unternehmer und seine Frau als Ruheständler? Keine einfache Aufgabe … schließlich muss jeder Euro an zusätzlichen Renteneinkommen solide und langfristig (aus-) finanziert werden, da die Rentenphase durchaus 20, 25 oder mehr Jahre umfassen kann. Keinesfalls möchte Emsig erleben müssen, dass im höheren Alter finanzielle Sorgen zu einer geringeren Lebensqualität führen.

Emsig und seine Frau haben – gemessen an ihren finanziellen Möglichkeiten – nicht in Saus und Braus gelebt, aber sie haben meist gut gelebt und sich auch ab und an etwas gegönnt. Größere Einschränkungen gegenüber ihrem jetzigen Einkommen möchten sie später jedoch nicht haben.

Erster Anhaltspunkt für die Altersvorsorge: das aktuelle Einkommen

Um realistisch einschätzen zu können, wie hoch die gesamte Rente in der Ruhestandsphase sein muss, um sich die finanzielle Unabhängigkeit auch im Alter zu bewahren, wird das jetzige Einkommensniveau zu Grunde gelegt.

In Zahlen: Das aktuelle Einkommen der Emsigs beträgt ca. 15.500 EUR monatlich und wird fast vollständig durch das monatliche Geschäftsführer-Gehalt für Kurt in Höhe von 15.000 EUR finanziert.

Die restlichen ca. 6.000 EUR pro Jahr sind Dividenden, welche aus dem Wertpapierdepot des Unternehmers resultieren. Dies ergibt eine zusätzliche Finanzspritze im Monatsbudget der Emsigs in Höhe von 500 EUR.

Von Brutto zu Netto – Sinnvolle Rentenplanung nur inklusive Steuern

Allerdings ist das noch das Brutto-Einkommen – vor Steuern. Netto haben die Emsigs momentan nach Abzug von Steuern ca. 10.000 EUR im Monat zur Verfügung.

Nach einigen Tagen Bedenkzeit und Kalkulationen hinsichtlich des Rentenbedarfs wird eines klar: Mehr als 10% Abschlag gegenüber dem jetzigen Nettoeinkommen sollen und dürfen es nicht sein. Unternehmer Emsig hat mit seiner Frau gesprochen, dann mit dem Finanzplaner gerechnet … und wieder mit seiner Frau gesprochen.

Kurt und C. möchten später deutlich mehr verreisen, als das im Moment zeitlich möglich ist. Ebenso möchten sie ihren Kindern (… und hoffentlich auch bald den Enkeln) ab und an etwas Gutes tun. Und auch im Ruhestand müssen die steigenden Lebenshaltungskosten, ihre ständig steigenden privaten Krankenversicherungsbeiträge und später ggf. auch Betreuungs- und Pflegekosten bezahlt werden.

Damit haben sie das Ziel für die Altersversorgung definiert – ihr persönliches Renten-SOLL:

Unternehmer Emsig und seine Frau C. benötigen im Ruhestand ein monatliches Netto-Einkommen in Höhe von 9.000 EUR.

Auch die Inflation nagt an der Rente

Und nicht zu vergessen – die Inflation als ungeliebte (Mit-) Spielerin. Zwar ist die aktuelle Inflationsrate nur gering, trotzdem darf die Geldentwertung für die Planung der Altersversorgung nicht vergessen werden. Gerade bei langen Rentenbezugsdauern führt im Verlauf der Jahre andernfalls auch eine eher niedrige Inflation zu einem gefährlichen, weil schleichenden Kaufkraftverlust bei den laufenden Renten.

In 20 Jahren wäre selbst bei einer nur 1%-igen Inflationsrate bereits ein Netto-Einkommen in Höhe von ca. 10.982 EUR notwendig, um die Kaufkraft zu erhalten.

Und liegt die Inflation etwa bei durchschnittlich 2%, was im übrigen immer noch unter dem historischen Durchschnitt liegt, erhöht sich das notwendige Ruhestandseinkommen für den Unternehmer und seine Frau bereits auf mehr als 13.370 EUR. Dies entspricht einer Steigerung von nominal fast 50 Prozent – nur um einen realen Kaufkrafterhalt zu gewährleisten.

Emsig hat verstanden … da er auch in seiner Firma eher konservativ kalkuliert (und damit fast immer gut gefahren ist) wird man für die Planung der inflationsbereinigten Unternehmerrente mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2 Prozent kalkulieren.

Station 2: Bestandsanalyse – Welches Ruhestandseinkommen ist bereits vorhanden?

Auf der nächsten Zwischenstation zur sicheren Altersversorgung des Unternehmers wird nun der Status quo analysiert. Hierzu müssen alle bereits bestehenden Vorsorgebausteine aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie aus der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge aufgenommen und bewertet werden.

Der IST-Zustand – die aktuelle Versorgungssituation von Unternehmer Emsig und seiner Frau

Kurt Emsig ist als beherrschender und alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer seiner GmbH nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Der selbständige Unternehmer hat daher keine Ansprüche aus der gesetzlichen Rente. Und wie sieht es mit der betrieblichen und privaten Altersvorsorge des Firmenchefs aus?

Erster Baustein: die Pensionszusage des Firmeninhabers

Um diese Rentenlücke zu schließen, wurde bereits vor vielen Jahren eine betriebliche Altersversorge (BAV) für Emsig in Form einer Pensionszusage in der Firma installiert. Die aktuell bestehende Pensionszusage ist durch zwei klassische Rückdeckungsversicherungen bei der Allianz sowie der Alten Leipziger Lebensversicherung vollständig ausfinanziert und weist keine Deckungslücken auf.

Im Gegensatz zu anderen mittelständischen Unternehmern hat Emsig in der Vergangenheit immer sehr darauf geachtet, dass seine Pensionszusage nicht unterfinanziert ist oder gar nur ein legales Steuersparmodell im „Deckmantel“ der betrieblichen Altersvorsorge ist.

Exkurs: Hier können Sie sich vertiefend über häufige Gefahren von Pensionszusagen in der betrieblichen Altersvorsorge von GmbH-Geschäftsführern und die Lösungsmöglichkeiten informieren.  

Hierzu wurden – zumindest in den ersten Jahren – in Zusammenarbeit mit seinem Steuerberater die Rückdeckungsversicherungen von Emsig bei Bedarf angepasst. Diese planvolle Vorgehensweise zahlt sich nun für den Unternehmer bei seiner betrieblichen Altersvorsorge aus.

Unternehmer Emsig wird mit 65 Jahren – dank der ausfinanzierten Pensionszusage – eine lebenslange Rente aus seiner Firma in Höhe von monatlich 5.000 EUR erhalten.

Zweiter Baustein: die private Lebensversicherung des Unternehmers

Auch privat hatte Emsig vorgesorgt. Aus einer Kapital-Lebensversicherung bei der Axa Lebensversicherung hat er vor kurzem eine steuerfreie Auszahlung in Höhe von etwas mehr als 175.000 EUR erhalten. Hier hatte der Unternehmer allerdings mit deutlich mehr gerechnet.

Zum einen waren bereits in der Vergangenheit die Erträge durch die niedrigen Zinsen und die sinkenden Überschüsse bei den deutschen Lebensversicherungen immer geringer ausgefallen. Zusätzlich wurde die Ablaufleistung von Emsig´s Lebensversicherung auch noch durch eine kurzfristige Gesetzesänderung bezüglich der Bewertungsreserven deutlich geschmälert.

Insbesondere diese geringere Beteiligung an den Bewertungsreserven hatte sich recht verheerend auf den schlussendlich ausgezahlten Betrag aus seiner Lebensversicherung ausgewirkt. Gegenüber den noch zu Vertragsbeginn in den Modellrechnungen prognostizierten Ablaufwerten wurde der tatsächliche Auszahlungsbetrag aus seiner Axa Lebensversicherung nahezu halbiert.

Trotzdem ist Emsig heute doch einigermaßen froh darüber, in den 90igern diese private Lebensversicherung abgeschlossen zu haben, da der ehemals recht hohe Rechnungszins in seinem alten Lebensversicherungsvertrag für eine – unter den heutigen Zinsbedingungen – nicht mehr mögliche Garantieverzinsung gesorgt hatte.

Dritter Baustein: die geringe gesetzliche Rente der Unternehmerfrau

Ergänzend zu der betrieblichen Altersvorsorge von Kurt aus der bestehenden Pensionszusage hat das Ehepaar Emsig auch noch einen Anspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Dieser ist allerdings nur sehr gering.

Seine Ehefrau C. hat nur einige Jahre nach Ihrer Ausbildung als Steuerfachgehilfin gearbeitet. Ende 2018, wenn die Emsig´s in Rente gehen werden, wird Frau Emsig eine gesetzliche Rente in Höhe von lediglich 180 EUR im Monat erhalten.

Station 3: Voraussichtlichen Vermögensstatus zum Ruhestandsbeginn ermitteln

Zusätzlich zu diesen gesetzlichen, betrieblichen und privaten Rentenansprüchen werden der Unternehmer und seine Frau mit Beginn Ihres Ruhestands über weitere Vermögenswerte verfügen. Diese Vermögenswerte stehen grundsätzlich ebenfalls zur Finanzierung des Renteneinkommen zur Verfügung.

Verwendung der Vermögenswerte – Kapitalverzehr und Kapitalerhalt als sich ergänzende Alternativen

Das kann zum Einen über einen planvollen Vermögensverzehr geschehen z.B. in Form einer zusätzlichen privaten Rentenversicherung gegen Zahlung eines Einmalbeitrags zum Rentenbeginn. Andererseits können die Vermögenswerte auch zur Generierung von regelmäßigen Erträgen genutzt werden. In diesem Fall werden lediglich die anfallenden Erträge ausgeschüttet und zur weiteren Rentenaufstockung für das Ehepaar Emsig genutzt.

Dies kommt insbesondere für diejenigen Vermögensbestandteile in Betracht, für welche ein Kapitalerhalt und eine spätere Vermögensübertragung an die beiden Kinder gewünscht ist. Inwieweit sich der selbständige Unternehmer und seine Frau diesen Kapitalerhalt von Vermögenswerten zugunsten einer späteren Übertragung (Schenken und Vererben) an ihre Kinder leisten können, hängt jedoch in einem hohen Maße von der zukünftigen Verwertung des Firma ab.

Das zusätzliche Vermögen von Unternehmer Emsig und seiner Frau setzt sich sowohl aus eher liquiden Geldmitteln und Wertpapiervermögen, aber hauptsächlich aus gebundenen Vermögen wie Immobilien und vor allem dem Firmenvermögen zusammen..

Um zu ermitteln, ob die Vermögenswerte des Ehepaar Emsig ausreichen, um das gewünschte Einkommen in der Rentenphase sicherzustellen, müssen diese aggregiert und auf den geplanten Rentenbeginn hochgerechnet werden.

Die liquiden Werte – das Geld- und Wertpapiervermögen des Unternehmers

Anteilsmäßig am größten ist hier das bereits angesprochene Wertpapiervermögen von Kurt Emsig bei seiner Hausbank. Der aktuellen Kurswert beträgt momentan ca. 380.000 EUR. Hinsichtlich der Vermögensaufteilung sind davon knapp 50% substanz- und dividendenstarke Aktien. Die andere Hälfte besteht aus Rentenfonds und überwiegend aus einer (doch recht willkürlich anmutenden) Mischung diverser Zertifikate, wie eine nähere Analyse der Finanzplaners ergeben hatte.

Dem Unternehmerpaar steht weiterhin ein Festgeldvermögen in Höhe von 185.000 EUR zur Verfügung – ebenfalls bei der Hausbank angelegt. Aufgeteilt ist dieses auf zwei Laufzeiten: 80.000 EUR für 3 Monate sowie 105.000 EUR für 6 Monate.

Außerdem liegen auf einem Tagesgeld bei einer Direktbank noch ca. 17.500 EUR.

Die immobilen Werte – das Immobilien- und Grundstücksvermögen

Unternehmer Kurt Emsig und seine Frau wohnen seit ca. 18 Jahren in ihrem mittlerweile abbezahlten und schuldenfreien Eigenheim in der Nähe von Hamburg. Haus und Grundstück haben zusammen einen Wert von ca. 725.000 EUR. Prinzipiell ist die Immobilie recht gut in Schuss, allerdings soll das Dach noch vor ihrem Ruhestand neu gedämmt werden. Die Emsig´s haben sich bereits beraten lassen und veranschlagen hierfür ca. 35.000 EUR.

Außerdem besitzen die Eheleute ein recht großes Baugrundstück im Hamburger Stadtteil Blankenese. Das ursprünglich darauf befindliche Einfamilienhaus war jedoch stark sanierungsbedürftig, so dass sich die Emsigs im Frühjahr 2014 nach reiflicher Überlegung (das Grundstück und das Haus entstammten einer Erbschaft von der Oma von Frau Emsig) doch für den Hausabriss entschieden hatten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass ein Gutachten ergeben hatte, dass die notwendigen Sanierungs- und Modernisierungskosten deutlich teurer gewesen wären, als ein entsprechender Neubau mit modernen Standards.

Der primäre Vermögenswert liegt ohnehin in dem in den letzten Jahren nochmals stark gestiegenen Grundstückspreis. Bedingt durch die Südlage und die Elbnähe sind momentan für das Grundstück mehrere Kaufinteressenten vorhanden. Eine ggf. ins Auge gefasste Veräußerung würde dem Unternehmerpaar Emsig einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag einbringen .

Ursprünglich war auf dem Erbgrundstück ja der Bau eines neuen Zweifamilienhauses geplant, um durch eine Fremdvermietung regelmäßige Mieteinnahmen in der Rentenphase vereinnahmen zu können. Aktuell steht eine Entscheidung hierzu jedoch aus, da die Eheleute Emsig dies im Hinblick auf Ihre Ruhestandsplanung und die notwendige Altersversorgung noch einmal überdenken möchten.

Der Unternehmenswert – im wahrsten Sinne eine Frage der BeWERTung

Der zentrale und größte Vermögenswert von Emsig ist – wie bei vielen Selbständigen –  natürlich die eigene Firma. Und genau daraus ergeben sich für den Unternehmer einige nicht unerhebliche Planungsprobleme für seine Altersvorsorge.

Kurt Emsig weiß heute noch nicht genau, wie es mit seiner Firma nach seinem aktiven Unternehmerdasein weitergehen soll. Und die Erfahrungen der letzten Finanzkrise haben ihn zudem eins gelehrt: Es ist sehr schwer, genau abzuschätzen, was sein Betrieb in einigen Jahren beim Verkauf oder auch bei einer Übergabe wert sein wird. Welcher Verkaufserlös bzw. welcher Erträge lassen sich dann mit der Firma realisieren? Und welche Vorteile bzw. Nachteile haben die verschiedenen Möglichkeiten der Unternehmensübertragung eigentlich?

Unternehmer Emsig hat darauf noch keine Antworten …

Um eine erste Annäherung für den aktuellen Unternehmenswert zu erhalten, entscheiden sich der Firmenchef und sein Finanzplaner zur Verwendung von sogenannten Multiples für Gewinn und Umsatz für das Unternehmen. Beide Faktoren sind in der Regel bestimmend für den Unternehmenswert, wenn auch bei weitem nicht abschließend.

Auch der Steuerberater wird in die Überlegungen mit einbezogen, um die Dynamik beider Faktoren zu analysieren. Dies ist wichtig, da insbesondere die Entwicklung von Umsatz und Gewinn ein entscheidendes Bewertungskriterium für die Angemessenheit der verwendeten Multiplikatoren ist.

Im Rahmen einer ersten und konservativen Bewertung und unter Berücksichtigung weiterer Parameter wird für Emsigs Firma schließlich von einem Unternehmenswert zwischen 7,5 und 9 Mio. EUR ausgegangen. Unabhängig davon ist auch dem Unternehmer selbstverständlich klar, dass es in der Praxis einen objektiven Unternehmenswert nicht gibt.

So haben Verkäufer und (potentielle) Käufer eines Unternehmens häufig sehr unterschiedliche Wert- beziehungsweise Preisvorstellungen, wenn es um den Kaufpreis geht. Dies wird Emsig berücksichtigen müssen – auch wenn es die Planung der eigenen Altersversorgung nicht einfacher macht.

Station 4: Versorgungslücken berechnen

Der Unternehmer möchte nun erfahren, ob er und seine Frau Deckungslücken in ihrer Altervorsorge haben und wie hoch diese ggf. sind. Hierzu empfiehlt der Finanzplaner eine einfache Szenario-Analyse.

Hierbei werden verschiedene finanzielle Zielerreichungen – und ggf. bestehende Vorsorgelücken – zum Ruhestand berechnet. Diese Berechnungen erfolgen in Abhängigkeit davon, welche Entscheidungen bereits heute getroffen werden können und welche Vermögenswerte des Unternehmers für die Altersversorgung eingeplant bzw. berücksichtigt werden sollen.

Das Basis-Szenario Nr. 1: Die bereits bestehenden Renten- und Lebensversicherungs-Ansprüche

In diesem Basis-Szenario zur Altersversorgung werden zum Einen die bereits vorhandenen Renten-Ansprüche aus der betrieblichen Altervorsorge von Kurt Emsig sowie aus der gesetzlichen Rentenversicherung seiner Frau C. berücksichtigt.

Zusätzlich soll die kürzlich ausgezahlte private Lebensversicherung des Unternehmers für eine Erhöhung des Renteneinkommens genutzt werden. Hierzu muss der Auszahlungsbetrag aus der Axa Lebensversicherung in eine zeitlich aufgeschobene Rente umgewandelt werden, wobei der voraussichtliche Rentenbeginn des Unternehmerpaares die vertragliche Aufschubdauer von vier Jahren bestimmt. Finanziert wird die private Rentenversicherung durch die (vorerst fiktive) heutige Zahlung eines Einmalbeitrags.

Als modellhaften Referenztarif für die Berechnung der zusätzlichen Rentenanwartschaft nutzt der Finanzplaner einen klassischen Tarif für eine private Rentenversicherung des hiesigen Marktführers im Vorsorgemarkt – der Allianz Lebensversicherung AG. Der gewählte Referenztarif beinhaltet – wie von den Eheleuten Emsig nach Rücksprache gewünscht – eine 100%-ige Hinterbliebenenrente für Frau Emsig inkl. der maximal möglichen Kapitalrückgewähr im Todesfall von Kurt und seiner Frau.

Und noch etwas: Unternehmer Emsig ist eher konservativ in seinen Annahmen. Für die Berechnung soll daher lediglich die tatsächlich garantierte Rente dieses klassischen Rententarifs berücksichtigt werden, nicht jedoch die prognostizierte Gesamtrente lt. Modellrechnung, welche auch die (unsicheren und nicht garantierten) Überschüsse beinhaltet.

Welche Rentenwerte würden sich nun – aus heutiger Sicht – zum Ruhestand ergeben?

  • Rente aus der BAV (Pensionszusage des Unternehmers):           5.000 EUR monatlich
  • Rente aus einer privaten Rentenversicherung (modellhaft)           505  EUR monatlich
  • Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (Ehefrau):            193  EUR monatlich

In Summe ergibt sich der folgende Brutto-Rentenwert als IST-Zustand mit 65 Jahren:

Ergebnis Szenario 1

  • Gesamte Rente (brutto, d.h. vor Steuern):                                           5.698 EUR monatlich

Dem Unternehmer wird deutlich, dass in diesem Basis-Szenario, welches lediglich die bestehenden Renten- und Lebensversicherungs-Ansprüche berücksichtigt, noch eine sehr große Rentenlücke zum gewünschten SOLL-Zustand besteht. Schließlich sind in der obigen Betrachtung die steuerlichen Abzüge im Rentenbezug noch nicht einmal berücksichtigt. Und auch der Kaufkraftverlust durch die Inflation ist ja in dieser Berechnung noch nicht enthalten, wie Emsig selbst feststellt.

Dem Firmenchef und seiner Frau C. wird auf Grund der noch sehr hohen Deckungslücke klar, dass sie weitere Vermögenswerte für Ihre Altersversorgung einplanen müssen, um das gewünschte monatliche Ruhestandseinkommen von netto 9.000 EUR in knapp 4 Jahren erreichen zu können. Dies führt zum nächsten Szenario, in welchem der Finanzplaner zusätzlich auch das liquide Geld- und Wertpapiervermögen der Eheleute Emsig einplant.

Szenario Nr. 2: Die bestehenden Rentenansprüche inkl. Berücksichtigung des liquiden Vermögens

So wichtig den Eheleuten Emsig eine auskömmliche und sichere Altersversorgung auch ist … eines darf darunter nicht leiden – die kurzfristige Liquidität.

Bei unerwarteten Ausgaben oder auch bei notwendigen privaten Ersatzinvestitionen (Zweitwagen von C., usw.) sollten immer genügend finanzielle Reserven vorhanden sein, um diese anfallenden Kosten schnell und unproblematisch decken zu können.

Nach Rücksprache mit seiner Frau möchte der Unternehmer zukünftig eine kurzfristig verfügbare und private Liquiditätsreserve in Höhe von 40.000 EUR halten. Der Finanzplaner erinnert daran, dass auch die Dachdämmung des Eigenheims in den nächsten Monaten ansteht. Daher wird entschieden, dass in der nächsten Zeit eine finanzielle Reserve in Höhe von insgesamt 75.000 EUR auf Tagesgeldbasis gehalten wird.

Und die praktische Umsetzung: Zum Ablauf des bestehenden 3-Monats-Festgeldkontos bei der Hausbank wird ein zusätzlicher Betrag in Höhe 57.500 EUR auf das bereits bestehende Tagesgeldkonto bei der Direktbank (aktueller Kontostand: 17.500 EUR) überwiesen werden.

Nachdem der gewünschte Liquiditätspuffer berücksichtigt wurde, fragt der Finanz- und Ruhestandsplaner bei dem Unternehmerpaar noch einmal genau nach, ob das nun aktuell vorhandene Geld- und Wertpapiervermögen i.H.v. etwa 507.000 EUR vollständig für die Aufstockung der Altersversorgung eingesetzt werden soll? Die Eheleute Emsig bejahren dies im Hinblick auf die bestehende Rentenlücke ausdrücklich, da ja nachwievor mehr als 50% der gewünschten (Netto-) Rente fehlen.

Welche Rentenwerte würden sich nun zum gewünschten Rentenbeginn mit 65 Jahren ergeben?

Auch in diesem Fall wird als Referenz mit der klassischen Rentenversicherung der Allianz simuliert, wie weit sich die bestehende Deckungslücke verringern lässt.

  • Gesamte Rente aus Szenario 1 (brutto, d.h. vor Steuern):                    5.698 EUR monatlich

plus

  • Zusätzliche Rente aus einer privaten Rentenversicherung                    1.463 EUR monatlich(modellhaft, aus Geld- und Wertpapiervermögen finanziert)

In Summe ergibt sich der folgende Brutto-Rentenwert als IST-Zustand mit 65 Jahren:

Ergebnis Szenario 2

  • Gesamte Rente (brutto, d.h. vor Steuern):                                                7.161 EUR monatlich

Auch nach Berücksichtigung des liquiden Geld- und Wertpapiervermögens existiert noch eine beträchtliche Deckungslücke. Der Unternehmer bespricht sich mit seiner Frau und dem Finanzplaner. Die liquiden Vermögenswerte reichen nicht aus, um die bestehende Rentenlücke zu schließen, zumal auch hier die Steuerabzüge und die Inflation noch nicht berücksichtigt sind.

Den Eheleuten Emsig eröffnen sich hierfür zwei prinzipielle Lösungsansätze:

  • (Deutliche) Intensivierung der Ansparprozesse bis zum Rentenbeginn
  • Berücksichtigung auch der illiquiden Vermögenswerte (Baugrundstück, Firma) für die Altersversorgung über zumindest (Teil-) Verwertungen bzw. Veräußerungen

In Anbetracht der Größenordnung der Lücke und des eher kurzfristigen Zeithorizonts von ca. 4 Jahren bis zum Rentenbeginn entscheiden sich die Emsig´s nach einigen Tagen Bedenkzeit dafür, auch eine (Teil-) Verwertung der illiquiden Vermögensbestandteile zugunsten der eigenen Altersversorgung in Betracht zu ziehen.

Szenario Nr. 3: Die zusätzliche Berücksichtigung des Blankeneser Baugrundstücks für die Altersvorsorge

Die Entscheidung zur weiteren Verwendung des Erbgrundstücks fällt insbesondere Frau Emsig nicht leicht. Emotional verbindet sie damit viele schöne Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, da ihre Oma das Grundstück in Blankenese bereits in den 50iger Jahren erworben hatte.

Immobilien-Neubau oder Grundstücksverkauf – wie werden sich Emsig und seine Frau im Hinblick auf ihren Ruhestand entscheiden?

Immobilien-Neubau oder Grundstücksverkauf – was ist die bessere Alternative für die Ruhestandsplanung des Unternehmerpaares?

Demgegenüber steht die eher rationale Überlegung, dass der Bau einer neuen Immobilie einen erheblichen Finanzbedarf erfordern würde, welcher sich erst im Verlauf von vielen Jahren über die Mieteinnahmen amortisieren würde … also Gelder, die (erst einmal) nicht für die Aufstockung der eigenen Altersvorsorge zur Verfügung stehen würden, wie der Finanzplaner zu bedenken gibt.

Immobilien-Neubau oder Grundstücksverkauf – was ist die bessere Alternative für die Ruhestandsplanung?

Nach einigen Zögern haben die Eheleute Emsig zu diesem Thema eine gemeinsame Entscheidung getroffen, welche auch ihren persönlichen Wünschen für die spätere Rentenphase entspricht. Der Neubau des ursprünglich geplanten Zweifamilienhauses auf dem Erbgrundstück und eine spätere Fremdvermietung wird verworfen.

In Bezug auf eines ihrer großen Ziele für den Ruhestand (FREIRAUM und deutlich mehr ZEIT) möchten sie zukünftig so wenig wie möglich weitere Verpflichtungen eingehen, sowohl in finanzieller wie auch in persönlicher und zeitlicher Hinsicht. Dies auch vor dem Hintergrund, dass mit dem möglichst planvoll gesteuerten Prozess der Unternehmensübergabe bzw. des Firmenverkaufs in den nächsten Jahren ohnehin noch eine große Aufgabe ansteht, welche insbesondere den Firmeninhaber Emsig zeitlich und auch persönlich stark fordern wird.

Auf die zukünftige Vereinnahmung von langfristigen Mieterträgen als einen (Teil-) Baustein zur Finanzierung der eigenen Altersversorgung verzichten der Unternehmer und seine Frau damit zwar erst einmal. Andererseits gewinnen Sie durch den Ausschluss dieser möglichen Teil-Option erheblichen Handlungsspielraum in finanzieller Sicht.

Was ist mit der Steuerbelastung bei einem Verkauf des Grundstücks?

Grundsätzlich gilt hier Folgendes: Die Gewinne aus der Veräußerung von Gebäuden und Grundstücken sind nicht einkommensteuerpflichtig. Allerdings gibt es Ausnahmen, welche geprüft werden müssen, damit man nicht in teure Steuerfallen tappt:

Hierzu zählt der Fiskus vor allem Geschäfte, bei den der Verkäufer auf Erträge aus kurzfristigen Wertsteigerungen spekuliert. Bei Immobilien und Grundstücksvermögen beträgt die Haltefrist mindestens 10 Jahre – liegt die Veräußerung innerhalb dieser Frist liegt ein sogenanntes Spekulationsgeschäft vor, welches (mit gewissen Ausnahmen) zur Steuerpflicht führen würde.

Und wie wird der Erlös aus dem Verkauf eines geerbten Grundstücks steuerlich bewertet?

Es handelt sich hierbei um einen unentgeltlichen Erwerb. Auch in diesem Fall muss die Erbin, d.h. Frau Emsig, darauf achten, dass die 10-Jahresfrist eingehalten wird. Der Steuerberater hat hier jedoch eine gute Nachricht für Emsig und seine Frau, da es bei dem geerbten Grundstück in Hamburg-Blankenese nicht auf die Frist seit dem Erbfall ankommt.

Zwar ist es erst ca. 8 Jahre her, seit Frau Emsig das Grundstück von ihrer Oma geerbt hat … für die Berechnung der 10-jährigen Spekulationsfrist kommt es jedoch auf den Zeitpunkt des Erwerbs durch den Erblasser an, da der Erbfall an sich kein Erwerb im einkommensteuerlichen Sinne ist.

Dies ist in § 23 Abs. 1 Satz EStG geregelt, welcher besagt, dass das Anschaffungsdatum des Rechtsvorgängers, also des Erblassers maßgeblich ist und nicht das Datum des Übergangs auf den Erben. Eine Versteuerung würde nur dann erfolgen, wenn der Kauf durch den Erblasser (die Oma von Frau Emsig) und der Verkauf durch den späteren Erben (Frau Emsig) innerhalb von 10 Jahren erfolgen würde.

Da die Oma von Frau Emsig das Grundstück ja bereits im Jahr 1958 erworben hatte, können der Unternehmer und seine Frau einer geplanten Veräußerung des Erbgrundstücks gelassen entgegensehen. Der Veräußerungserlös kann ungeschmälert und ohne Steuerabzüge für die Altersversorgung eingesetzt werden.

Welcher Rentenwert lässt sich nun unter Berücksichtigung des Verkaufserlöses aus dem Erbgrundstück in Blankenese zum gewünschten Rentenbeginn mit 65 erreichen?

Als Erlös aus dem Grundstücksverkauf wird – unter Berücksichtigung der Angebote der bisherigen Kaufinteressenten – ein konservativer Wert von 800.000 EUR angenommen, welcher per Einmalzahlung für die Altersvorsorge eingesetzt werde könnte.

Auch hier wird beispielhaft als Referenz mit der privaten Rentenversicherung der Allianz simuliert, wie weit sich die bestehende Rentenlücke verringern lässt.

Gesamte Rente aus Szenario 2 (brutto, d.h. vor Steuern):                      7.161 EUR monatlich

plus

Zusätzliche Rente aus einer privaten Rentenversicherung                   2.309 EUR monatlich             (modellhaft, aus Grundstücksverkauf finanziert)

Als neuer IST-Wert würde sich der folgende Brutto-Rentenwert mit 65 Jahren für Firmeninhaber Emsig ergeben:

Ergebnis Szenario 3

Gesamt Rente (brutto, d.h. vor Steuern):                                                 9.470 EUR monatlich

Kurt Emsig bespricht sich wiederum mit seiner Frau und dem Finanzplaner: Die bisherige Gesamtrente aus Szenario 2 könnte durch den Verkaufserlös des Grundstücks um mehr als 30% gesteigert werden, so dass sich die Deckungslücke in der Altersversorgung deutlich reduzieren würde.

Nach Steuern würde sich eine Netto-Rente (aus heutiger Sicht) i.H.v. ca. 8.490 EUR ergeben.

Zur Erinnerung: Das für den Ruhestand gewünschte monatliche Netto-Einkommen von Unternehmer Emsig und seine Frau C. beträgt netto (nach Steuern) 9.000 EUR monatlich.

Wird zusätzlich ein Kaufkraftverlust durch die Inflation in Höhe von 2% bis zum Rentenbeginn in 2018 berücksichtigt, erhöht sich die notwendige Netto-Rente auf 9.742 EUR.

Bezogen auf diese inflationsbereinigte Netto-Rente verbleibt nach wie vor eine Deckungslücke in Höhe von ca. 1.250 EUR im Monat.

Fazit:

  • Der Finanzplaner fasst die bisherigen Ergebnisse kurz zusammen: Wenn das Unternehmerpaar Emsig sowohl das freie Geld- und Wertpapiervermögen als auch den Erlös aus dem Grundstücksverkauf für die Altersvorsorge einsetzt, würde sich ein Ausfinanzierungsgrad von ca. 87 Prozent der mit 65 notwendige (Netto-) Rente ergeben.
  • Die bislang bestehende Deckungslücke könnte also bereits heute (!) zu weiten Teilen geschlossen werden – und dies auch ohne jegliche Berücksichtigung des Firmenvermögens. Dies ermöglicht den Eheleuten deutlich größere Handlungs- und v.a. auch Ver(handlungs) Spielräume in Bezug auf die spätere Firmenübergabe.
  • Firmenchef Emsig befindet sich damit in einer guten Verhandlungsposition gegenüber potentiellen Käufern, da keine wirtschaftlich motivierte (Druck-) Situation vorhanden ist, um beispielsweise durch einen Notverkauf des Betriebs unbedingt die eigene Altersversorgung sichern zu müssen.
  • Unternehmer Emsig und seine Frau C. sind aufgrund dieses Teilergebnisses zwar noch nicht ganz zufrieden, aber im Hinblick auf Ihren Ruhestand doch etwas beruhigter als noch vor einigen Wochen. Ihnen ist bewusst, dass die bisherige Zielerreichung zwar solide ist, dass aber nach wie vor zusätzliche finanzielle Mittel notwendig sind, um die noch bestehende Rentenlücke vollständig zu schließen.

In einem nächsten Szenario wird man sich nun erst einmal den verschiedenen Arten der Unternehmensübergabe widmen, um die persönlichen und finanziellen Auswirkungen auf den Ruhestand der Emsig´s herauszuarbeiten und gemeinsam zu bewerten.

Szenario Nr. 4: Die Berücksichtigung des Firmenwertes durch verschiedene Arten der Unternehmensübergabe als Alternative

Hier fragt der Finanzplaner noch einmal nach der generellen Ausgangssituation für die spätere Nachfolge und Übertragung von Emsig´s Unternehmen. Grundsätzlich kommen sowohl familieninterne als auch externe Lösungen für eine Betriebsübergabe in Frage. Doch wie sieht es im konkreten Fall für die GmbH von Firmeninhaber Emsig aus?

Ist eine familieninterne Nachfolge möglich?

Eine familieninterne Nachfolge-Lösung scheidet beim Ehepaar Emsig aus, da beide (mittlerweile erwachsenen) Kinder nie großes Interesse gezeigt hatten, in die unternehmerischen Fußstapfen des Vaters zu treten. Die Eheleute hatten anfangs noch etwas bedauert, dass der unternehmerische Geist von Kurt keine größere Motivation bei ihren Kindern ausgelöst hatte, eine selbständige Tätigkeit anzustreben bzw. in die Firma des Vaters einzusteigen.

Schlussendlich haben sie aber verstanden und gerne akzeptiert, dass ihre beiden Kinder gänzlich andere Lebenswege eingeschlagen haben und heute auch mit dem, wie sie leben und was sie tun (der 32 jährige Sohn ist momentan Assistenzarzt in einer Stuttgarter Klinik und die 29 jährige Tochter arbeitet als studierte Sprachwissenschaftlerin an einem Institut in Berlin), glücklich und zufrieden sind.

Unternehmensübergabe – im Spannungsfeld der unterschiedlichen Ziele und Wünsche

So müssen die Emsig´s nun nach anderen Lösungswegen suchen, die Nachfolge und Unternehmensübergabe sinnvoll und unter Berücksichtigung der verschiedenen Teilziele und Rahmenbedingungen zu regeln. Zum einen benötigen die Eheleute definitiv noch eine (zumindest teilweise) Verwertung des Firmenvermögens, um auch langfristig finanziell unabhängig zu bleiben und mit ihrer Altersversorgung auf der sicheren Seite zu sein.

Zum anderen liegt dem Firmenchef hier am Herzen, was aus seinem Unternehmen und seinen Angestellten zukünftig wird. Gerade seinen langjährigen Mitarbeitern und seiner Prokuristin möchte er – soweit möglich – eine tragfähige und wirtschaftlich attraktive Perspektive in der Firma geben. Keinesfalls möchte er eine einseitige Lösung zu Lasten seiner Mitarbeiter – ungeachtet dessen hat die langfristige Sicherung des eigenen Ruhestands natürlich eine sehr hohe Priorität für das Ehepaar Emsig nach einem langen Arbeitsleben.

Und unabhängig davon, dass Sohn und Tochter später keine aktive Rolle in Emsig´s Unternehmen einnehmen werden, möchten die Eheleute ihre Kinder trotzdem finanziell unterstützen und ihnen (und den zukünftigen Enkeln) zumindest einen Teil der elterlichen Lebenswerks zukommen lassen.

Da die Kinder als zukünftige Erben ja ohnehin einen gesetzlichen Anspruch auf ein Erbteil haben, muss eine sinnvolle Lösung erarbeitet werden, welche diese Erbansprüche (und deren steuerliche Belastung) in Betracht zieht. Gleichzeitig sollten Ansprüche von Erben einen stabilen Geschäftsverlauf nie über Gebühr belasten, da ansonsten der Fortbestand von Emsig´s Firma ggf. gefährdet würde. Eine vorausschauende Planung muss demnach auch berücksichtigen, dass durch die Befriedigung der Erbansprüche nicht zu viel Liquidität aus dem Unternehmen entzogen bzw. wichtige Firmenwerte veräußert werden (müssen).

Dem Unternehmer wird zunehmend klar, dass auch im Hinblick auf die spätere Betriebsübergabe eine vernetzte Ruhestandsplanung unabdingbar ist, will man diese (Teil-) Ziele ebenfalls angemessen berücksichtigen.

Unternehmensverkauf und Ruhestand – welche Arten der Vermögensübertragung sind möglich?

Kurt Emsig und seine Frau möchten nun wissen, welche prinzipiellen Möglichkeiten sich Ihnen bieten, die Firma später zu übertragen und wie sich dies auf ihre Altersversorgung und Rentenphase auswirken könnte.

Grundsätzlich können die Varianten der Unternehmensübergabe in rechtlicher Hinsicht sowie nach der Art der Kaufpreiszahlung unterschieden werden. Welche Vorteile und Nachteile haben die verschiedenen Formen eines Unternehmensverkaufs? Welche Fallstricke müssen beachtet werden, damit es später zu keinen unliebsamen Überraschungen in ihrem Ruhestand kommt?

Rechtliche Unterscheidungsmerkmale bei der Unternehmensübergabe
Share Deal vs. Asset Deal – Ladenbesitzer oder individuell gepackter Einkaufswagen?

Beim sog. Share Deal erwerben Käufer das Unternehmen durch Kauf aller Gesellschaftsanteile oder auch prozentual. In jedem Fall würde Emsig´s Firma als Ganzes so wie bisher bestehen bleiben.

Demgegenüber würden bei einem Asset Deal einzelne Wirtschaftsgüter der Firma in der Gesamtheit oder einzeln veräußert werden. Vereinfachend gesagt, könnte sich ein Käufer – sofern der Verkäufer vertraglich zustimmt – hier auch nur die “leckeren Rosinen“ bzw. die die besonders werthaltigen Wirtschaftsgüter (beispielsweise bestimmte Grundstücke, Maschinen, Gebäude, Patente etc.) einzeln “herauspicken“. Was dies für die Stabilität und den Fortbestand der GmbH bedeuten könnte, braucht sicher nicht weiter erörtert werden.

Interne Nachfolge oder externe Manager als Käufer des Unternehmens?

Außerdem kann danach unterschieden werden, ob Mitarbeiter des eigenen Unternehmens (in der Regel handelt es sich um bislang leitende Angestellte) “ihre“ Firma kaufen – dies würde als sog. Management-Buy-out (MBO) bezeichnet.

Würde die GmbH hingegen von externen Führungskräften eines anderen Unternehmens übernommen werden, handelt es sich um einen Management-Buy-in (MBI).

Zwischenfazit: Auswirkungen auf die eigene Altersversorgung und den Fortbestand der GmbH

Ohne dass Unternehmer Emsig momentan wirtschaftlich, steuerlich oder auch rechtlich abschließend beurteilen kann, was sich für ihn und seine Frau rein monetär besser “rechnen“ könnte … eine Zerschlagung „seiner Firma“ und (Teil-) Veräußerung von einzelnen Vermögenswerten ist aus der heutigen Sicht weitestgehend ausgeschlossen.

Und auch ohne den berühmten Blick in die Kristallkugel zu haben – ein solches Vorgehen wäre für ihn nur in einer absoluten Notlage denkbar, sofern unternehmerische Schwierigkeiten oder große finanzielle Engpässe in der Firma die eigene Versorgung in der Ruhestandsphase existentiell gefährden würden und es tatsächlich alternativlos wäre, diese (an sich undenkbare) Handlungs-Option zu ziehen.

Emsig´s GmbH hat seit ca. 2,5 Jahren wieder eine sehr positive und stabile Geschäftsentwicklung – dies soll auch über seinen Renteneintritt hinaus möglichst dauerhaft Bestand haben. Das Fortbestehen und die gesunde Weiterentwicklung seines Unternehmens sowie die Sicherung der Arbeitsplätze für seine Mitarbeiter sind ihm wichtig. Und deshalb ist es sein Wunsch, dass die (Teil-) Realisierung dieses  Lebenswerkes zugunsten der eigenen Altersvorsorge auch unter dieser wichtigen Prämisse geplant wird.

Welche Arten der Kaufpreiszahlung sind möglich?

Bei Verkauf eines Unternehmens können sich der bisherige Inhaber und der Käufer prinzipiell auf verschiedene Varianten der Zahlung des Kaufpreises verständigen. Alle diese Varianten besitzen unterschiedliche Vorteile und Nachteile sowohl im Hinblick auf die Sicherung des Ruhestandseinkommens, aber auch in steuerlicher Hinsicht, wie der Finanzplaner dem Unternehmer erläutert.

Verkauf der Firma gegen Einmalzahlung

Eine naheliegende Möglichkeit ist zum einen die Einmalzahlung, bei welcher der gesamte Kaufpreis vollumfänglich und in einem Zug an den Verkäufer gezahlt wird. Unternehmer Emsig würde bei dieser Variante den Kaufpreis sofort und auf einmal erhalten.

Vorteil für den Verkäufer:

Vom weiteren Schicksal und dem zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg seiner ehemaligen Firma wäre Emsig damit komplett unabhängig. Ein Teil der Einmalzahlung könnte sofort für die noch notwendige Aufstockung der Altersversorgung genutzt werden.

mögliches Problem:

Der oder die Erwerber müssten aufgrund der Größenordnung den Kaufpreis (aus heutiger Sicht ca. 7,5 – 9 Mio. EUR) wahrscheinlich – zu einem erheblichen Teil – finanzieren, was potentielle und auch geeignete Kauf-Interessenten ggf. abschrecken könnte.

Verkauf eines Unternehmens gegen wiederkehrende Zahlungen

Weiterhin können Käufer eine Firma auch zeitlich gestreckt erwerben, in dem sie dem Verkäufer vertraglich vereinbarte und wiederkehrende Leistungen zukommen lassen. Bei diesen wiederkehrenden Zahlungen unterscheidet man wiederum zwischen Renten, Raten und dauernden Lasten.

Anstelle der Bank übernimmt hier quasi der Verkäufer die Finanzierungsfunktion. Dem Verkäufer muss bei einem Verkauf gegen wiederkehrende Leistungen immer bewusst sein, dass er (je nach Vertragsgestaltung) einige oder auch viele Jahre warten muss, bis sein Unternehmen ganz (ab-) bezahlt ist. Darum sollte ein Firmen-Verkäufer solche Forderungen immer gegenüber einem Käufer absichern. Diese Absicherung kann z.B. über Gebäude, Grundstücke, andere hochwertige Anlagegüter, einen Eigentumsvorbehalt bzw. über Bankbürgschaften für zukünftige Zahlungen erfolgen.

Unternehmensverkauf gegen Renten

Wird eine Firma gegen die Zahlung von Renten verkauft, werden diese in gleich bleibenden Abständen und in konstanter Höhe gezahlt. Hierbei sind sowohl lebenslange Leibrenten als auch sog. Zeitrenten möglich.

Bei der Rentenzahlung über eine lebenslange Leibrente würde der Unternehmer eine monatliche Zahlung bis zu seinem Tod erhalten. Die Leibrente würde mit dem Tod des Nutznießers erlöschen.

Zeitrenten sind dagegen von vornherein nur auf eine bestimmte Dauer angelegt, mindestens müssen sie aber über 10 Jahre geleistet werden.

Um auch eine gewünschte Absicherung z.B. des (Ehe-) Partners zu erreichen, sollten daher immer zusätzliche Vereinbarungen getroffen werden, dass die Rente im Versterbensfall auch an einen Erben bzw. die begünstigte Person übergehen kann bzw. dass die Restsumme ausgezahlt wird. Im Hinblick auf eine langfristig sichere Hinterbliebenenversorgung sollten derartige Vertragsinhalte möglichst klar und ohne (nachträgliche!) Interpretationsspielräume geregelt und vertraglich fixiert werden.

Unternehmensverkauf gegen Raten

Eine weitere übliche Möglichkeit ist, dass der Kaufpreis in Raten gezahlt wird. Bei der Ratenzahlung ist zu beachten, dass der Verkäufer dem Käufer den Kaufpreis stundet.

Der Verkäufer gibt dem Käufer de facto einen Kredit, wodurch sich die Ratenzahlungen um einen Zinsanteil erhöhen. Daher ist bei einer Ratenzahlung der gesamten Kaufpreis in der Regel um diesen kalkulatorischen Zins höher als bei einer sofortigen Einmalzahlung.

Beträgt der Zeitraum der Rückzahlungen mindestens 10 Jahre kann außerdem ein Inflationsausgleich zum Kaufkrafterhalt vereinbart werden, um die Raten an die steigenden Lebenshaltungskosten anzupassen.

Mögliches Problem bzw. Risiko für den Verkäufer bei den Zahlungsvarianten “Renten“ oder auch “Raten“:

Was geschieht, wenn der Nachfolger aus bestimmten Gründen nicht mehr zahlen kann? (z.B. bei Insolvenz). Negative Auswirkungen auf die Sicherheit der Altersversorgung des Alt-Eigentümers wären in einem solchen Fall sehr wahrscheinlich und können im Vorfeld nur durch geeignete Maßnahmen bei der vertraglichen Besicherung der Renten- bzw. Raten-Zahlungen vermieden werden.

Unternehmensverkauf gegen dauernde Lasten

Auch hier erfolgt die Bezahlung des Kaufpreises in regelmäßigen Abständen über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren. Allerdings werden bei dieser Variante keine festgelegten Zahlungen der Höhe nach erbracht.

Die Höhe der jeweiligen Zahlungen richtet sich vielmehr nach der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Firma und des Nachfolgers. Gängige Regelungen sind hier beispielsweise, dass ein Teil des Kaufpreises an den Gewinn geknüpft wird oder ob es gelingt, bestimmte umsatzstarke Kunden mit zu übertragen.

Unternehmensübertragung gegen Nießbrauchsvorbehalt

Bei diese Variante geht zwar das Firmenvermögen auf den Nachfolger über, der Firmeninhaber erhält aber als sog. Nießbraucher weiterhin den Ertrag aus dem übertragenen Vermögen. Die Zahlungen orientieren sich hierbei an der Ertragskraft des Unternehmens, sind also ebenfalls abhängig von der zukünftigen wirtschaftlichen Situation des Betriebs. Der Nachfolger würde bei einer Nießbrauchsgestaltung seine Vergütung vor Berechnung des Gewinns abziehen.

Mögliches Problem bzw. Risiko für den Verkäufer bei den Zahlungsvarianten “dauernde Lasten“ sowie “Nießbrauch“:

Zusätzlich zu dem bereits oben angesprochenen Problemfeld hinsichtlich des grundsätzlichen Ausfallrisikos von Zahlungen in der Zukunft ist hier auch eine “Unsicherheit bzgl. der Zahlungshöhe“ gegeben. Bei diesen Zahlungsvarianten können die Zahlungen im Zeitablauf ggf. stark schwanken bzw. auch komplett ausfallen, was im Rahmen eine Vorsorge- und Ruhestandplanung vorausschauend berücksichtigt werden müsste.

Tipp: Zwar sind bei einem positiven Geschäftsverlauf bei beiden Varianten grundsätzlich auch höhere Zahlungen für den Verkäufer möglich, als beispielsweise in einem Normal-Szenario angenommen wird. Will man jedoch ein Renteneinkommen für den Unternehmer im Ruhestand generieren, welches stabil nach unten abgesichert ist, sollte zumindest das notwendige Versorgungsniveau im Alter unabhängig von derart variablen Zahlungen gestaltet werden.

Fazit:

  • Die unterschiedlichen Varianten der Kaufpreisgestaltung wirken sich für einen Firmenverkäufer entscheidend auf die Sicherheit, Stabilität und Planbarkeit der Kaufpreiszahlungen aus, wie der Finanzplaner im Gespräch mit Emsig nochmals zusammenfasst.
  • In der Praxis werden bei Unternehmensverkäufen häufig Einmalzahlungen sowie Raten- oder auch Rentenzahlungen miteinander kombiniert. Dies hat wichtige Implikationen für die Renten- und Altersvorsorge eines Unternehmers.
  • Grundsätzlich gilt hier: Je größer der Anteil an variablen und erst zukünftig zahlbaren Kaufpreisbestandteilen am gesamten Kaufpreis ist, desto abhängiger bleibt ein Ex-Firmeninhaber auch in der Ruhestandsphase von der wirtschaftlichen Entwicklung seiner ehemaligen Firma und vice versa.
  • Dies gilt umso mehr, je mehr ein Unternehmer oder ein Selbständiger auf die Verwertung der eigenen Firma bzw. die langfristigen Zahlungen zur Sicherung seiner Altersversorgung angewiesen ist.

Wichtige Fragen, die im Zusammenhang mit der Versorgungs- und Ruhestandsplanung des Unternehmers bei Entscheidungen über die Art der Kaufpreiszahlung beantwortet werden müssen, sind die folgenden:

  • Welche Konsequenzen ergeben sich für den Unternehmensverkäufer aus den unterschiedlichen Kaufpreisvarianten für die Wertsicherung und die Absicherung der Kaufpreiszahlung(en)?
  • Wie wirken sich die verschiedenen Alternativen auf die Planbarkeit der Alterssicherung für den Unternehmer aus, damit dessen Rentenphase nicht zu einem finanziellen (UN)Ruhestand wird?
  • Welche steuerlichen Auswirkungen haben die jeweiligen Arten der Bezahlung?
  • Und wie können sich die unterschiedlichen Arten der Bezahlung auf die Liquidität & Rentabilität, und damit auch auf den Fortbestand der Firma auswirken?

Tipp: Welche Art der Kaufpreiszahlung letztendlich die attraktivste für den Verkäufer (und auch den Käufer) ist, hängt auch von den steuerlichen Auswirkungen ab. Da insbesondere die steuerlichen Gestaltungen sehr vom Einzelfall abhängig sind, sollte eine planvolle Unternehmensübertragung immer in enger Zusammenarbeit und der Unterstützung eines Steuerberaters erfolgen. Für alle vertragsrechtlichen Vereinbarungen sollte zudem ein versierter Fachanwalt hinzugezogen werden.

 

Und welche Vorstellungen und Wünsche hat Firmeninhaber Emsig nun konkret für die Nachfolge bzw. den Verkauf des eigenen Unternehmens?

Dem Unternehmer sind durch die Ausführungen des Münchner Finanzplaners die grundsätzlichen Möglichkeiten und Zahlungsoptionen für einen Unternehmensverkauf klar geworden … ebenso ist Emsig in Bezug auf die eigene Firma durch mehrere Gespräche in den letzten Tagen einen Schritt weiter gekommen.

Entspannte Rentenphase – kann der Firmeninhaber wirklich komplett „loslassen“?

Zum einen hat er sich nochmals mit seiner Frau C. abgestimmt – beide sind sich einig darüber, dass Kurt zum geplanten Rentenbeginn im Jahr 2018 die Verantwortung für die Firma vollständig abgeben möchte.

Nur so wird man den neuen Lebensabschnitt entspannt und gemeinsam genießen können … und das ist ja genau das, was sich das Unternehmerpaar – neben dem Erhalt der finanziellen Unabhängigkeit im Alter – für seinen Ruhestand am meisten wünscht.

Firmen-Verkauf an Wettbewerber – bequem … und ungeliebt!

Allein unter diesem Blickwinkel wäre ein Verkauf an einen externen Interessenten – möglichst per Einmalzahlung – sicherlich die bequemste Lösung. Emsig wäre zum einen die Verantwortung für die Firma los. Und zum anderen könnte man, selbst wenn man zum Verkaufszeitpunkt einen höheren Abschlag auf den fairen Unternehmenswert hinnehmen müsste, die noch bestehende Deckungslücke in der Altersversorgung vollständig schließen.

Doch so leicht möchte und kann es sich der Firmenchef nicht machen (so sehr er sich das manchmal auch selber wünscht). Ein Verkauf seiner Firma z.B. an einen Wettbewerber kann er sich aus heutiger Sicht eher nicht vorstellen – zu wichtig ist ihm, dass der Fortbestand seines Lebenswerks sicherstellt wird und seine Mitarbeiter eine echte Zukunftsperspektive haben.

Die interne Nachfolge – beliebt, aber mit Risiken für die Altersversorgung des Unternehmers!

Deshalb hat Emsig auch mit seiner langjährigen Prokuristin und dem Produktionsleiter über ihre Wünsche gesprochen … und siehe da, nach anfänglicher Zurückhaltung waren beide recht schnell Feuer und Flamme bei dem Gedanken, später nicht nur Mitarbeiter sondern (Mit-) Eigentümer der Firma zu werden.

Zwar sind die beiden angestellten Führungskräfte zusehends motiviert. Ein noch nicht geklärtes Problem ist jedoch ein anderes: die Finanzierungsfrage! Beide werden voraussichtlich nicht genügend liquide Mittel besitzen, um zum Zeitpunkt des geplanten Verkaufs Unternehmensanteile in einem größeren Umfang zu erwerben, was für die Sicherung von Emsig´s Rente jedoch wichtig wäre.

Daher wird zusammen überlegt, ob man noch zwei weitere leitende Mitarbeiter mit ins Boot holt, um so die Finanzierungsbasis auf breitere Füße zu stellen … und wenn die die Umsatz- und Gewinnsituation von Emsig´s Firma weiterhin stabil verläuft, könnten die vier leitenden Angestellten aus den laufenden Einnahmen zudem weitere Firmenanteile zeitlich gestreckt erwerben.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Firmenerhalt plus Altersversorgung für den Chef – ist das tatsächlich möglich?

Die schrittweise Übergabe an die bisherigen angestellten Führungskräfte könnte also eine mögliche Option sein, um beides zu erreichen: Die vollständige Sicherung und Ausfinanzierung der Altervorsorge für den Unternehmer und seiner Frau über regelmäßige und besicherte Raten- oder auch Rentenzahlungen.

Zum anderen den gewünschten Erhalt von Emsigs Firma und die Sicherung von Perspektiven und Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter. Und den langjährigen Kunden und Lieferanten würde diese Vorgehensweise sicher Vertrauen vermitteln, dass die guten und bewährten Geschäftsbeziehungen nach dem Ausscheiden des Unternehmensgründers weiterhin aufrecht erhalten werden.

So attraktiv und verlockend diese Idee für alle Beteiligten auch ist – die schrittweise Übernahme von Emsig´s Firma durch die leitenden Angestellten als sog. Management-Buy-out (MBO) hat nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile wie der Schweizer Finanzplaner für die Beteiligten noch einmal zusammenfasst:

Vorteile eines MBO:

  • Die (zukünftigen) Existenzgründer kennen das Unternehmen gut – mit der Übergabe steht bereits ein erfahrenes und eingespieltes Management /Team zur Verfügung, welche die Strukturen und Prozesse in Emsig´s Firma bestens kennt.
  • Die Eigentumsverhältnisse können klar geregelt werden
  • Kontinuität und Planungssicherheit für die Mitarbeiter sowie für Kunden und Lieferanten

Nachteile eines MBO:

  • Die Finanzierung des Kaufpreises ist meist schwierig, da die bisherigen Führungskräfte (wie auch in diesem Fall) nur wenig Eigenmittel aufbringen können.
  • Der Kapitaldienst muss daher langfristig angelegt sein
  • Für Investitionen in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ist daher der finanzielle Spielraum häufig begrenzt

Der Finanzplaner gibt dem Unternehmerpaar in einem anschließenden Sechs-Augen-Gespräch noch einmal zu bedenken, dass durch den langfristigen Kapitaldienst der Besicherung der Raten- bzw. Rentenzahlungen zur Sicherung der Altervorsorge eine sehr hohe Bedeutung zukommen muss. Ohnehin sollten alle Vertragsgestaltungen bei einem Management-Buy-out immer von einem erfahrenen Team von Rechtsanwälten, Notaren und Steuerberatern begleitet werden.

Unternehmensnachfolge und Unternehmensverkauf – nur mit professioneller Unterstützung

Um den Übergabeprozess zu koordinieren und um bewerten zu lassen, ob sich die aktuellen Wünsche und Ziele der Beteiligten tatsächlich realisieren lassen, empfiehlt der Münchner Finanzplaner dem Unternehmer professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Und da im wahren Leben nicht immer alles wunschgemäß verläuft und in den knapp 4 Jahren bis zum geplanten Rentenbeginn noch einiges passieren kann, sollten weitere Übergabe- und Verkaufs-Optionen sondiert, geprüft und bewertet werden.

Ungeachtet dessen, dass sowohl Emsig als auch seine angestellten Führungskräfte (aus der heutigen Sicht!) eine schrittweise und interne Übergabelösung anstreben … es steht einfach zu viel auf dem Spiel, sowohl für die Firma bzw. die Mitarbeiter und selbstverständlich für die Sicherung des Renteneinkommens für das Unternehmerpaar, als dass man sich ausschließlich auf diesen Plan A veranlassen sollte. Zumindest als  zusätzlichen Plan B sollte auch eine Verkaufs-Alternative an externe Interessenten geprüft werden, falls etwas dazwischen kommt.

Wie in der privaten Finanz- und Ruhestandsplanung ist für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe / bzw. einen Verkauf eine planvolle Vorgehensweise unumgänglich. Aus ähnlich gelagerten Fällen aus seiner Beratungspraxis kennt der Finanzplaner den Mehrwert, den erfahrene Unternehmensberatungen, welche sich auf Firmenkäufe & Verkäufe von mittelständischen Firmen spezialisiert haben, sowohl Verkäufern als auch potentiellen Käufern /Übernehmern bieten können. Hier auf Beratungs- und Betreuungs-Know how zu verzichten, könnte sich langfristig als teurer Fehler sowohl für die Unternehmensübergabe als auch für die darauf aufbauende Altersvorsorge des Unternehmers und seiner Frau herausstellen.

Wie ein solcher Übergabe- und Verkaufsprozess strukturiert und mit ruhiger Hand gestaltet und umgesetzt werden kann, zeigt beispielhaft das folgende Video von Nils Körber von der Firma K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten.

 

Station 5: Renten- und Versorgungslücke schließen

Die Fahrt in Richtung Ruhestand geht in eine weitere wichtige Phase: Der Unternehmer und seine Frau müssen nun eine Entscheidung zu treffen, wie sie unter den aktuellen Rahmenbedingungen hinsichtlich ihrer Altersversorgung und Ruhestandsplanung weiterverfahren möchten.

Zum einen steht ihnen momentan ein freies Geld- und Wertpapiervermögen von etwas mehr als 682.000 EUR zur Verfügung. Zum anderen könnte das Baugrundstück in Hamburg-Blankenese verkauft werden, was zusätzlich einen hohen 6-stelligen Betrag einbringen würde.

Der bereits bestehende Rentenanspruch von Firmenchef Emsig durch die Pensionszusage aus der Betrieblichen Altersvorsorge (BAV) könnte dadurch deutlich aufgestockt werden. Trotz des Einsatzes der aktuell verfügbaren finanziellen Mittel würde allerdings noch eine Deckungslücke zum gewünschten Renteneintritt mit 65 verbleiben.

Weiterhin wird in den nächsten 4 Jahren versucht werden, mit der Hilfe und durch die professionelle Begleitung einer spezialisierten Unternehmensberatung eine gute Lösung für die Unternehmensübergabe und den Unternehmensverkauf zu finden. Wie diese Übergabe-Lösung letztendlich aussehen wird, kann man heute noch nicht sicher sagen.

Wie entscheidet der Unternehmer bei der Aufstockung der Altersvorsorge – jetzt investieren oder noch länger warten?

Das Unternehmerpaar hat nun zwei Handlungs-Optionen für die eigene Altersversorgung:

  • Bereits jetzt Entscheidungen zu treffen und umzusetzen, um mit den heute verfügbaren Mitteln die Rentenlücke so weit wie möglich zu verringern

oder:

  • Mit der Investition der finanziellen Mittel für die Rentenversorgung weiter zu warten und darauf zu vertrauen, dass man in vier Jahren unter Berücksichtigung des Firmenwertes die bestehende Deckungslücke dann auf einen Schlag und vollständig schließen kann.

Wie werden sich die Eheleute Emsig entscheiden?

Kurt und seine Frau C. benötigen für diese Entscheidung keine größere Bedenkzeit mehr … die eigenen Erfahrungen der letzten Jahre – und auch Gespräche mit anderen Selbständigen aus ihrem Bekanntenkreis – haben ihnen deutlich vor Augen geführt, dass in einem Zeitraum von 4 Jahren sehr viel passieren kann, sowohl was die Bedingungen für einen Unternehmensverkauf betrifft, als auch für den Bereich der Vorsorge- und Rentenplanung.

Das Unternehmerpaar entscheidet sich deshalb dafür, bereits heute wichtige Weichen für die eigene Altersvorsorge zu treffen. Dies hat zwei wichtige Vorteile:

  • Zum einen erreichen sie damit einen größere Planungssicherheit hinsichtlich Ihrer Rentenansprüche zum Ruhestandsbeginn. Die Rentenlücke kann zwar aller Voraussicht nach mit den aktuell verfügbaren Mitteln noch nicht vollständig geschlossen, aber zumindest deutlich verringert werden.
  • Zum anderen wird der Firmeninhaber dadurch deutlich unabhängiger in Bezug auf Zeitpunkt und Bedingungen des geplanten Betriebsverkaufs. Je geringer die finanzielle Abhängigkeit der eigenen Altervorsorge von der Verwertung des Firmenvermögens ist, desto besser und größer werden Verhandlungsposition und Entscheidungsfreiheit des Unternehmers bei der Sondierung und Bewertung der möglichen Verkaufs-Optionen in der Zukunft sein.

Die Eheleute Emsig haben dem Finanzplaner ihre Entscheidung mitgeteilt … nun geht es daran, ein finanzielles Ruhestandskonzept zu entwickeln, welches die individuellen Ziele und Wünsche berücksichtigt und eine langfristig tragfähige Altersversorgung für das Unternehmerpaar sicherstellt.

Die Sicherung des Ruhestandseinkommens für den Unternehmer – welche Aspekte sollten beachtet werden?

Bevor es an die Umsetzung mit konkreten Produktlösungen geht, erläutert der Finanzplaner dem Firmenchef noch einmal die grundlegenden Aspekte und Perspektiven, welche bei der Investition von Einmalbeiträgen für die Altersversorgung beachtet werden müssen.

1. Die konkreten Vorsorge-Ziele bestimmen die einzusetzenden Mittel

Speziell bei der Umsetzung der Alterssicherung für Unternehmer ist es eine häufig anzutreffende Fragestellung, dass aufgrund des hohen Lebensstandards in der Erwerbsphase auch in der Ruhestandsphase ein langfristig hoher und regelmäßiger Einkommensbedarf vorhanden ist, welcher Produktlösungen mit einer lebenslangen Einkommengarantie notwendig macht.

Zum anderen entspricht es dem Sicherheitsbedürfnis vieler erfahrener Unternehmer, dass die eingesetzten finanziellen Mittel aufgrund der Höhe der investierten Einmalzahlungen dann auch über eine möglichst hohe Vermögenssicherung bzw. jederzeit sichergestellte Kapitalgarantie verfügen (sollen).

Kapitalgarantie oder Einkommensgarantie bei der ergänzenden Altersvorsorge?

Bei der Beantwortung dieser Frage sollte man sich strikt daran orientieren, für welches Vorsorge-Ziel die Einmalbeträge konkret investiert werden. Da jede Garantie – insbesondere in Zeiten mit sehr niedrigen Zinsen und egal über welche Produktlösung – Geld kostet, ist für jeden angehenden Ruheständler eine strategische Aufteilung der vorhandenen Geldmittel die effektivste Lösung.

Bezogen auf die Renten- und Ruhestandsplanung macht dass die Aufteilung des verfügbaren liquiden Vermögens auf die folgenden zwei Bestandteile notwendig:

  • Der Teil der liquiden Geldmittel, welcher langfristig der regelmäßigen Einkommenserzielung im Ruhestand dienen soll – also der Teil des Vermögens, der planmäßig (!) verbraucht werden soll bzw. kann. Für diese eingesetzten Geldmittel ist deshalb eine lebenslange EINKOMMENS-GARANTIE die passende und notwendige Garantie, da hier primär eine regelmäßige und sichere Rentenvorsorge für den Unternehmer im Vordergrund steht.
  • Der Teil des Geldmittel, welcher dem weiteren Vermögens- bzw. Kapitalaufbau (bzw. dem Kapitalerhalt z.B. wg. späterer gewünschter Vermögensübertragung) dienen soll. Für diese Vermögensbestandteile bzw. Geldmittel sind werthaltige Sicherungsmechanismen bzw. Garantien auf der Ebene des Kapitals wichtig. Daher sind für solche Zielstellungen die Kapitalsicherung, der Kapitalerhalt bzw. eine KAPITAL-GARANTIE das passende Garantiemerkmal.

Die Vorteile dieser strategischen Aufteilung liegen in der deutlich höheren Effizienz in der Zielerreichung für das primär Gewünschte (Kapitalgarantie oder Einkommensgarantie). Beides Garantiemerkmale innerhalb einer Produktlösung abzusichern, kostet vor allem Geld und geht daher zulasten der erreichbaren Garantien im primär gewünschten Bereich.

Fazit:

  • Je mehr der Fokus – aufgrund von Vorsorge-Lücken – auf einer stabilen und lebenslangen Rentenversorgung liegt, desto größer sollte der Anteil an Lösungen mit EINKOMMENS-GARANTIEN innerhalb des Ruhestandskonzepts sein, da nur diese eine echte und lebenslange AltersVERSORGUNG für den Kunden sicherstellen können. Dies gilt umso mehr unter dem Blickwinkel der kontinuierlich steigenden Lebenserwartung, wie der Finanzplaner dem Unternehmer erläutert.
  • Umgekehrt gilt für Ruheständler, welche bereits über eine auskömmliche Rentenversorgung verfügen – beispielsweise aus der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und /oder der Betrieblichen Altervorsorge (bAV), – dass für sie zusätzliche Renten- bzw. Einkommensgarantien keinen zusätzlichen Nutzen haben und daher eher Anlage- bzw. Vorsorge-Lösungen in Betracht kommen, welche Sicherungsmerkmale auf der Ebene des Kapitals, sprich eine KAPITAL-GARANTIE bzw. eine weitestgehende Kapitalsicherung aufweisen.
Kapitalerhalt oder Kapitalverzehr für das Ruhestandsvermögen?

Eng verbunden mit der Fragestellung nach Kapital- bzw. Einkommensgarantien ist bei Unternehmern häufig der Wunsch, die frei verfügbaren finanziellen Mittel zwar für die Altersvorsorge einsetzen zu wollen, aber gleichzeitig einen Kapitalerhalt für diese Einmalanlagen zu wünschen. Das Ziel soll dabei sein, lediglich aus den Erträgen der Vermögensanlagen eine Sicherung des Ruhestandseinkommens zu erreichen.

Als ein Beleg kann hier die Investition von Einmalbeiträgen in meist standardisierte (und eher statische) Vermögensverwaltungen angeführt werden. Diese stellen dem Kunden beispielsweise eine durchschnittliche Brutto-Wertentwicklung pro Jahr von ca. 6% (vor Kosten) in Aussicht. Damit ließe sich z.B. bei einer einprozentigen Kostenquote eine jährliche und regelmäßige Ausschüttung von ca. 5% bei gleichzeitigem Kapitalerhalt erreichen … so weit zumindest in der Theorie lt. den Aussagen diverser Anbieter.

So verlockend und attraktiv diese Offerten (zumindest auf den ersten Blick) seien mögen … und so verständlich der Wunsch von Selbständigen und Unternehmern auch ist, das Ruhestandsvermögens zu erhalten und nicht zu verbrauchen – wirklich planbare und lebenslang garantierte Einkommenszahlungen lassen sich mit keinem dieser vermögensverwaltenden Konzepte erreichen.

Und warum ist das so?

Weil alle diese Konzepte und Strategien nur in boomenden bzw. zumindest normalen Marktphasen funktionieren können. In Zeiten von zunehmender Unsicherheit und insbesondere bei Börseneinbrüchen verlieren selbst konservativ aufgestellte Vermögensverwaltungs-Portfolios innerhalb von einigen Tagen 20 Prozent oder mehr ihres Wertes, wie die letzte Finanzkrise – auch vielen vermögenden Ruheständlern – schmerzhaft vor Augen geführt hat.

Solange der Ex-Unternehmer oder der ehemalige Selbständige dann nicht auf regelmäßige Entnahmen angewiesen sind, ist das noch nicht zwingend problematisch. Muss er aber auch in diesen Phasen – welche manchmal Jahre (!) dauern können – bei sinkenden Kursen Entnahmen tätigen (und damit mehr Anteile verkaufen), um seinen Lebensunterhalt im Ruhestand zu decken, beschleunigt sich der Kapitalverzehr immer schneller. Will er diese Aushöhlung der Vermögenssubstanz stoppen, bleibt ihm lediglich die Möglichkeit, auf weitere Entnahmen zu verzichten und zu hoffen, dass sich die Kurse baldmöglichst erholen … von finanzieller Unabhängigkeit im Ruhestand kann mit solchen Lösungen dann keine Rede mehr sein.

Der Finanzplaner ergänzt hierzu, dass es zwar einige (wenige) leistungsfähige Vermögensverwaltungen am Markt gibt und es angezeigt sein kann, aus Gründen des Kapitalaufbaus und unter Berücksichtigung der eigenen Risikotragfähigkeit dort zu investieren.

Allen diesen Lösungen – auch den konservativen – liegt jedoch zugrunde, dass man als Kunde immer am Kapitalmarkt mit all seinen Schwankungen investiert ist und damit von Markterholungen profitieren kann, aber von Markteinbrüchen sowohl auf der Kapital- und auf der Einkommensseite direkt betroffen ist. Dies sollte jeder Selbständige bzw. jeder Unternehmer im Auge haben, sofern er nennenswerte Anteile seines Ruhestandseinkommens über solche Lösungen generieren möchte.

Fazit:

  • Dauerhaftes Kapital- und Ertragswachstum lässt sich – gerade in Zeiten historisch niedriger Zinsen – nur durch eine intelligente Beteiligung am Produktivkapital und eine ausgewogene Vermögensaufteilung erreichen. Dies bedeutet, dass es für das Erreichen einer auskömmlichen Rendite im mittleren einstelligen Bereich unabdingbar ist, kleinere Marktschwankungen zu akzeptieren.
  • Je mehr Unternehmer und Selbständige – insbesondere in der familiären Betrachtung – allerdings auf eine bestimmte regelmäßige Einkommenshöhe im Ruhestand angewiesen sind, desto problematischer können sich für sie in Krisenzeiten diejenigen Produktlösungen erweisen, welche direkt am Kapitalmarkt investiert sind und gleichzeitig keine Einkommensgarantien bieten.
  • Kapitalerhalt in der Rentenphase muss man sich erst einmal leisten können – wer sein Renteneinkommen über 20, 30 oder mehr Jahre rein aus Erträgen speisen möchte, benötigt zum einen sehr viel Kapital und bleibt zum anderen dauerhaft von den “Launen der Finanzmärkte“ abhängig.
  • Auch hier gilt: Eine von Anfang an strategische Aufteilung des Ruhestandskapitals auf einen Kapital-Verzehr-Anteil sowie einen Kapital-Erhalt-Anteil ist – unter Berücksichtigung des individuellen Bedarfs – für die meisten Selbständigen und Unternehmer die effektivste Möglichkeit, in der Rentenphase sowohl ein lebenslanges Einkommen sicherzustellen und zum anderen Kapitalerhalt und -wachstum im Vermögensbereich zu erreichen.
2. Optimierung der Vermögensstruktur auch in der Ruhestandsphase des Unternehmers

Selbständige Unternehmer wie Kurt Emsig haben häufig über Jahrzehnte beachtliches Vermögen aufgebaut, welches der finanziellen Sicherung ihres Ruhestands dienen soll. Bei diesem langfristigen Kapitalaufbau für die Altersvorsorge werden in der Regel unterschiedliche Vermögensklassen wie Aktien, Renten oder auch Immobilien genutzt.

Mit Beginn des Ruhestands besteht dann jedoch die Gefahr, dass zu Gunsten einer geplanten Einkommens- und Vermögenssicherung zu viele Vermögensbestandteile in vermeintliche „sichere“ Anlage-Häfen wie Tages- oder Festgelder umgeschichtet werden. Häufig wird dadurch eine bereits bestehende und eher einseitige Vermögensaufteilung noch weiter zu Gunsten von Geldwerten verschoben. Um die Gefahren zu erkennen, welche sich aus einer einseitigen Vermögensstruktur für Selbständige und Unternehmer ergeben, muss als erstes herausarbeitet werden, worin sich Geld- und Sachwerte eigentlich unterscheiden.

Geldwerte und Sachwerte – die grundlegenden Vermögenskategorien

Die wichtigsten Sachwerte sind Aktien und Immobilien, aber auch Rohstoffe und Edel- bzw. Industriemetalle fallen unter in diese Vermögenskategorie. Sachwerte sind also reale Vermögenswerte.

Gehören einem Sachwerte, befindet man sich in einer echten Eigentümer-Position. So wird man beispielsweise beim Kauf von Aktien eines Unternehmens entsprechend seines jeweiligen Anteils Mit-Eigentümer an dem betreffenden Unternehmen.

Dagegen sind Geldwerte i.d.R. auf Papier gedruckte und lediglich nominale Zahlungsversprechen. Geldwerte gelten deshalb – je nach Abhängigkeit von der Bonität und das Vertrauen in den Schuldner dieses Zahlungsversprechens – als mehr oder weniger sicher. Typische Geldwerte sind Tages- und Festgelder, Pfandbriefe und Staatsanleihen. Und auch die gesetzlichen Renten beruhen auf lediglich nominalen Zahlungsversprechen.

Als Inhaber von Geldwerten befindet man sich in einer Gläubiger-Position gegenüber dem entsprechendem Schuldner, egal ob von Staaten oder auch Banken. Dieser Gläubiger-Status ist immer nur insoweit “werthaltig“ wie es auch der entsprechende Schuldner ist. Man ist und bleibt also davon abhängig, ob der Schuldner den “Kredit“ letztendlich zurückzahlt, wie der Finanzplaner auch im Hinblick auf die Altersversorgung des Unternehmers hinzufügt.

Geldwerte als nominale Zahlungsversprechen – die Vor- und Nachteile

Die Vorteile von Geldwerten liegen darin, dass sie in normalen Marktphasen stabile und kalkulierbare Erträge generieren und geringere Wertschwankungen als Sachwerte aufweisen.

Qualitativ hochwertige und ausgewählte Geldwerte können dadurch Stabilität ins Ruhestandsvermögen bringen. Außerdem sind z.B. Anleihen solider Schuldner in i.d.R. sehr liquide und gut handelbar und können in Deflationsphasen auch für steigende Kurse im Ruhestandsportfolio sorgen.

Demgegenüber stehen die nicht unbeträchtlichen Nachteile von Geldwerten, welche insbesondere über einen längeren Zeitraum sehr negative Auswirkungen auf das Vermögen und die Altersversorgung von vermögenden Ruheständlern haben können.

Geld- und Rentenwerte sind direkt von der Entwertung durch die Inflation (Kaufkraftminderung) betroffen. Ein dauerhafter Kaufkrafterhalt ist allein mit Geldwerten nicht möglich, was für die Altersvorsorge und die Ruhestandsphase beachtet werden muss. Geldwerte haben (außer dem entsprechenden, sehr geringen “Papier“-Gegenwert) keinen echten bzw. “inneren“ Wert. Auch ihre Rendite ist auf längere Sicht deutlich geringer als bei Sachwerten wie Aktien.

Weiterhin ist das langfristige Emittentenrisiko bei Geldwerten zu beachten. Ist man beispielsweise Inhaber von griechischen Staatsanleihen und fällt dieser Schuldner teilweise oder vollständig aus, realisiert man einen entsprechenden Verlust. Zusätzlich kommen – gerade beim momentan herrschenden Niedrigzinsniveaus – nicht unbeträchtliche Zinsänderungsrisiken für Anleihen-Besitzer hinzu.

Sachwerte als reale Vermögenswerte – viele Vorteile, aber auch einige Nachteile

Die Vorteile liegen zu darin, dass man als Eigentümer von Sachwerten von den Wertsteigerungen und wirtschaftlichen Erträgen dieser Realgüter direkt profitiert. Reale Sachwerte sind nicht beliebig vermehrbar (im übrigen ganz im Gegensatz zu Geldwerten), wie man z.B. bei Rohstoffen sieht. Erdöl als fossiler Energieträger ist nun einmal nur begrenzt vorhanden. Ebenso gibt es bei Gold und Silber eine feste und nicht vermehrbare Menge dieser Edelmetalle, wobei diese lediglich als Krisenschutz in sehr geringer Beimischung für das Ruhestandsportfolio in Erwägung kommen.

Entscheidend ist jedoch, dass man mit Realwerten wie Aktien und Immobilien am Produktivkapital partizipieren kann. Ein Eigentümer dieser Sachwerte kann Erträge durch die direkte Teilnahme am Wirtschaftsverkehr generieren, was für eine stabile Altersversorgung unabdingbar ist. Aktieninhaber und auch Fondsbesitzer profitieren z.B. durch regelmäßige Gewinnausschüttungen wie Dividenden oder auch von Kursgewinnen bei einer Veräußerung. Immobilienbesitzer, welche Wohnungen fremd vermieten können regelmäßige Mieteinnahmen generieren.

Nur mit diesen realen Sachwerten kann dauerhaft ein Kaufkraftschwund durch die Inflation vermieden werden. Insbesondere im aktuellen Umfeld hoher staatlicher Verschuldung und der Gefahr, einer darauf folgenden Entschuldung des Staates (Inflation, Schuldenschnitt etc.) lässt sich nur mit realen Gütern ein Schutz vor einer schleichenden Entwertung des Ruhestandskapitals erreichen.

Reale Wirtschaftsgüter wie (Aktien-) Beteiligungen an Unternehmen weisen langfristig deutlich höhere Renditen als Geldwerte aus und bieten dem Ruheständler daher einen echten Inflationsschutz auch in der Rentenphase. Dies gilt es insbesondere bei langen Rentenbezugsdauern zu beachten. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass selbst bei Krisen und Börseneinbrüchen jede Firma und jede Beteiligung immer einen “inneren“ und damit echten Wert behält – und zwar unabhängig von einer aktuellen und ggf. eingetrübten Stimmungslage an den Finanzmärkten.

Natürlich dürfen auch die Nachteile von Realwerten wie beispielsweise Aktien nicht unerwähnt bleiben. In der Regel unterliegen reale Sachwerte vor allem kurzfristig höheren Wertschwankungen als Geldwerte. Dies setzt bei einer Investition immer eine längerfristige Kapitalbindung voraus, was prinzipiell für den Ruhestand, wo ja häufig ein Planungshorizont von 20, 25 oder mehr Jahren besteht, nicht per se ein K.O.-Kriterium ist. Außerdem kann auch die kurzfristige Verwertbarkeit, d.h. die Liquidität eingeschränkt sein, was gerade bei Immobilieninvestments (jeder Art) für die Altersvorsorge zwingend beachtet werden muss.

Tatsächliche Vermögensstruktur erkennen – nicht die Verpackung, sondern der Inhalt entscheidet

Um keine Fehlentscheidungen bei der Aufteilung des Ruhestandsportfolios zu treffen, ist es zudem wichtig, immer die wahre bzw. tatsächliche Vermögensstruktur zu erkennen. Dies ist aufgrund von vielerlei “Verpackungen“ der Finanzindustrie, von Banken und auch des Staates für angehende Ruheständler nicht immer ganz einfach, wie der Finanzplaner dem Firmenchef erläutert.

Erstes Problem für Ruheständler – die Kapitalanlage-Struktur der deutschen Lebensversicherungen

So finden sich beispielsweise im investierten Sicherungsvermögen (früher: Deckungsstock) der deutschen Lebensversicherer im Schnitt knapp 90% festverzinsliche Wertpapiere bzw. Anleihen, also weit überwiegend Geldwerte.

Für Unternehmer Emsig, der ja durch seine Pensionszusage aus der Betrieblichen Altersvorsorge (bAV) einen großen Anteil seiner gesamten Rentenansprüche durch zwei klassische Rentenversicherungen (Allianz & Alte Leipziger) erhalten wird, ist dies eine wichtige Erkenntnis.

Zweites Problem – Zertifikate sind lediglich Geldwerte

Auch die diversen Zertifikate in Emsig´s Depot sind nichts anderes als börsennotierte Schuldverschreibungen und damit ebenfalls Geldwerte, verpackt als “sachwertorientierte Investments“. Anstatt eines realen Vermögenswerts, wie bei einer Aktien- oder Immobilienbeteiligung, hat der Unternehmer hier von einem Geldinstitut aber nur das Recht erworben, an einer bestimmten Kursentwicklung zu partizipieren.

Da Zertifikate lediglich Inhaberschuldverschreibungen sind, ist hier der Emittent (d.h. das ausgebende Geldhaus, die Bank etc.) in der Rolle des Schuldners. Und Kurt Emsig, in der Vergangenheit auf Anraten seiner Hausbank, ja Käufer diverser Zertifikate ist damit nur Gläubiger und trägt letztlich auch das volle Emittentenrisiko bei jedem Zertifikat. Im Falle des Konkurses eines Anbieters würde der Unternehmer hier leer ausgehen und viel Geld verlieren.

Beispielhaft führt der Finanzplaner die allseits bekannte Insolvenz der us-amerikanischen Investmentbank “Lehman Brothers“ an, welche in Deutschland Tausenden (auch vermögenden) Anlegern einen Totalverlust aufgrund der Zeichnung von Zertifikaten dieses Emittenten beschert hat. Emsig kann sich erinnern und wird zunehmend nachdenklich – bislang war er aufgrund der Beratungen bei seiner Hausbank immer davon ausgegangen, dass Zertikate eine gute und vor allem sichere Beimischung für die eigene Altersvorsorge wären …

Drittes Problem – die staatlichen Renten sind nur “geldwerte“ Versprechen für die Zukunft

Zwar ist im konkreten Fall des Unternehmerpaars Emsig´s der Anteil an Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) an ihrem gesamten Ruhestandsportfolio nur sehr gering – trotzdem sind beide Ehepartner daran interessiert, zu erfahren, ob sich auch der gesetzliche Rentenanspruch von Frau Emsig zu einer der beiden Vermögenskategorien (Geld- oder Sachwerte) einordnen lässt?

Der Münchner Finanzplaner bejaht dies und bezeichnet die gesetzlichen Rente als “verdeckte“ Staatsanleihe. Bereits heute sei der größte Einzelposten im Bundeshaushalt der Zuschuss an die gesetzliche Rentenversicherung. Da durch das demografische Problem und die zunehmende Überalterung in Deutschland zukünftig der umlagenfinanzierte Anteil weiter sinken und der Zuschuss demzufolge noch weiter steigen wird, garantiert in der letzten Instanz der Staat die gesetzliche Altersvorsorge der deutschen Rentner.

Die gesetzlichen Rentenzusagen sind damit nichts anderes als Verbindlichkeiten des deutschen Staates – da Rentenkürzungen politisch wohl kaum durchsetzbar wären – und entsprechen damit aus Sicht der Rentner einer unkündbaren bzw. unverkäuflichen Staatsanleihe. Strukturell sind daher gesetzliche Rentenansprüche nichts anderes als ein festverzinsliches Wertpapier mit dem deutschen Staat als Schuldner – und die Unternehmerfrau ist als Bezieherin einer geringen Rente damit lediglich in einer Gläubiger-Position, welche darauf hoffen muss, dass das “geldwerte“ Rentenversprechen auch in der Zukunft gehalten wird.

Der Finanzplaner fasst die Bedeutung einer optimierten Vermögensstruktur für die Altersversorgung von Unternehmern und Selbstständigen nochmals zusammen:

Fazit:

  • Eine intelligente Verteilung des Vermögens auf Geld- und Sachwerte ist auch in der Ruhestandsphase für einen langfristig realen Vermögenerhalt von Selbständigen und Unternehmer notwendig. Und nur mit einem realen Vermögens- bzw. Kaufkrafterhalt kann dauerhaft eine stabile und tragfähige Altersvorsorge sichergestellt werden.

  • Beide Vermögensklassen bieten spezifische Eigenschaften, welche genutzt werden müssen, um die finanziellen Ruhestandsziele nicht zu gefährden. Geldwerte weisen unter normalen Marktbedingungen geringere Schwankungen auf und bringen daher Stabilität in das Ruhestandsportfolio. Sachwerte wiederum ermöglichen dem Ruheständler – unter Akzeptanz von größeren Schwankungen – über längere Zeiträume deutlich höhere Renditen.

  • Bei der Überprüfung der Vermögensstruktur von Selbständigen und Unternehmern müssen die tatsächliche “Inhalte“ der vorhandenen Vermögenswerte und Rentenanwartschaften genau analysiert (und teilweise “entpackt“) werden, damit eine korrekte Zuordnung zu den beiden grundlegenden Vermögenskategorien – lediglich nominale Zahlungsversprechen (Kredite) vs. reale Vermögenswerte – erfolgen kann.

  • Wie beim Unternehmerpaar Emsig ergibt sich erst durch die genaue Analyse, dass häufig ein Ungleichgewicht zu Gunsten von Geldwerten besteht. Wird hier nicht gehandelt, droht eine deutlich negative Realverzinsung des Ruhestandsvermögens mit einer zunehmenden “ENT-WERTUNG“.

  • Da die Zukunft an den Finanz- und Kapitalmärkten nicht vorhergesagt werden kann, empfiehlt sich – unter Berücksichtigung des indivduellen Vorsorge-Status – eine weitestehend prognosefreie und ausgewogene Aufteilung des Ruhestandskapitals auf beide Vermögenskategorien, um die bestehenden strukturellen Ungleichgewichte zu korrigieren.

  • Eine ausgewogene Aufteilung – unter besonderer Berücksichtigung von realen Sachwerten – ist insbesondere in der aktuellen Situation (ausufernde Staatsverschuldung, zunehmende Inflationsgefahren, mögliche Entschuldung durch Schuldenschnitt, etc.) für Selbständige und Unternehmer die einzige Chance, auch im Ruhestand dauerhaft einen realen Erhalt der Kaufkraft und der Einkommensströme zu erreichen.

 

3. Produktlösungen mit attraktiven Rendite-Sicherheits-Profil für die Altersvorsorge auswählen
4. Anlage- und Vorsorgelösungen mit echten MEHRwert bevorzugen
5. Nicht alle Eier in einen Korb legen – der individuell passende Mix ist wichtig

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