Sofortrente und Renten-Rätsel – die wahren Gründe!

 

Vermögende Privatanleger stehen heute bei ihrer finanziellen Ruhestandsplanung vor grundlegenden Entscheidungen. Häufig steht ihnen ein größerer Einmalbeitrag aus ablaufenden Lebensversicherungen zur Verfügung, welcher möglichst nutzenstiftend für die eigene Altersvorsorge eingesetzt werden soll. Ebenso fließen ihnen vermehrt hohe Geldbeträge aus Immobilienverkäufen zu.

Viele Freiberufler wie Ärzte, Apotheker und Steuerberater planen in der rentennahen Phase den Verkauf ihrer Praxis bzw. Kanzlei, um mit dem Erlös eine ggf. bestehende Vorsorgelücke ihrer berufsständischen Versorgung schließen zu können.

Für Selbständige bzw. Unternehmer wird und muss wiederum der Verkaufserlös der eigenen Firma bzw. des Unternehmens einen sehr wichtigen Anteil zur Finanzierung des verdienten Ruhestands einnehmen, da während der selbständigen Tätigkeit häufig keine ausreichende Altersvorsorge aufgebaut wurde.

 

Inhaltsverzeichnis

Lebenslange Sofortrente oder selbst organisiertes Entsparen?

Oft stellt sich dann die Frage, ob man sein Geld nun selbst verwalten sollte oder eine Kapitalverrentung vorzuziehen ist. Die erste Variante hat den Vorteil, dass man die Fäden für jede Entscheidung selbst in den Händen  behält. Andererseits kann die individuell gefühlte Verantwortung auch sehr schwer wiegen, so dass man häufig lieber gar nichts tut, aus Angst etwas Falsches zu tun.

Die Gelder werden dann auf einem Tages- bzw. Festgeldkonto „geparkt“, was durch das niedrige Zinsniveau alles andere als attraktiv ist. Seltener wird eine  Bankauszahlungsplan mit einer festen Laufzeit gewählt, bei dem die subjektiv empfundene Sicherheit ebenso mit niedrigen Zinsen und starrer Vertragsbindung ohne Zugriffsmöglichkeiten auf das Kapital erkauft wird.

Entscheidet man sich hingegen für eine Rente gegen Zahlung eines Einmalbeitrags wird die Verantwortung in der Regel einem Versicherer übertragen. Hier hat der Anleger – je nach Zeitpunkt und Planungshorizont – zum einen die Möglichkeit einer zeitlich aufgeschobenen Rente mit späteren Rentenbeginn. Häufig wird auch die Sofortrente ins Auge gefasst, bei welcher die Rentenzahlung unmittelbar nach Vertragsbeginn einsetzt. Der „Kümmerfaktor“ ist wesentlich geringer als bei der Selbstverwaltung und damit eine sehr bequeme Lösung.

Auf der anderen Seite stellt die empfundene Endgültigkeit bei der Auswahl der richtigen und passenden Gesellschaft (en) eine sichtliche Herausforderung im individuellen Entscheidungsprozess dar, da man selbstverständlich Fehler vermeiden möchte. Ebenfalls kann der bei einer Rente systemimmanente Kapitalverzehr als emotionale Hürde angesehen werden.

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Das Renten-Rätsel bei der Sofortrente – Unterschiede in Theorie und Praxis!

Einer der weltweit führenden Verhaltensökonomen, Prof. Richard H. Thaler, hat dieses Entscheidungsproblem von angehenden Ruheständlern – Selbstverwaltung der Gelder vs. Verrentung des Kapitals – grundlegend untersucht und weitreichende Erkenntnisse gewonnen.

Thaler erkennt in seinen Untersuchungen eine deutliche Diskrepanz zwischen der einerseits von Anlegern wahrgenommenen und sehr hohen Attraktivität von lebenslangen Rentenzahlungen und der dann tatsächlich geringeren Umsetzung über die reale Verrentung von vorhandenem Kapitalvermögen.

Prof. Thaler beschreibt dieses Renten-Rätsel (engl. „Annuity Puzzle“) sehr anschaulich anhand der beiden 65-jährigen eineiigen Zwillinge Dave und Ron.

http://www.nytimes.com/2011/06/05/business/economy/05view.html?_r=0

Beide haben über die Dauer ihres Erwerbslebens bei unterschiedlichen Arbeitgebern gearbeitet und exakt wertgleiche Ansprüche für ihre Altersvorsorge angesammelt.

Die Zwillingsbrüder treten nun in den Ruhestand und haben jeweils die Möglichkeit, entweder eine lebenslange Rente in Höhe von monatlich 4.000 US-Dollar zu beziehen oder sich den wertgleichen Kapitalwert per einmaliger Kapitalleistung in einer Summe auszahlen zu lassen.

Wie werden sich Dave und Ron entscheiden? Dave wählt die Sofortrente, da für seine private Ruhestandsplanung die Sicherheit von regelmäßigen Einnahmen eine sehr hohe Bedeutung hat. Ron vertraut mehr auf sein eigenes Geschick und möchte sich eine selbstgemachte Rente „stricken“ – er wählt daher die einmalige Kapitalauszahlung als Grundlage für seine private Vorsorge.

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Dave und Ron: Sofortrente oder Selbstverwaltung – was sind die Konsequenzen ihrer Entscheidungen?

Für Dave war die Entscheidung schon lange klar, da für ihn eine regelmäßige Einkommensgarantie im Rentenbezug das primäre Entscheidungskriterium ist. Keinesfalls möchte er sich als Pensionär darüber Gedanken machen, wie er sein Ruhestandskapital anlegt oder Berechnungen anstellen müssen, wie viel Kapital er monatlich bei welcher Verzinsung entnehmen darf, damit sein Vermögen nicht zu früh aufgebraucht wird.

Die Auswirkungen von Ron´s Entscheidung auf seine Altersvorsorge sind hingegen um ein Vielfaches komplexer und vielfältiger. Ihm bieten sich nun hunderte oder auch tausende mögliche Anlagealternativen, Aufteilungs- und Entscheidungsmöglichkeiten mit sehr weitreichenden Konsequenzen.

Rechnet er zu vorsichtig bzw. zu konservativ, kann er die „Früchte“ seines intensiven Arbeitslebens möglicherweise nicht ausreichend genießen, da er sich zu wenig an selbst organisierter monatlicher Rente auszahlt. Gönnt er sich dagegen eine zu hohe monatliche Rentenauszahlung, könnte sein Geld zu schnell aufgezehrt werden. Immerhin beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen heute 65-jährigen Mann ein Alter von 90 Jahren zu erreichen ca. 41 Prozent.

Während Dave seinen Ruhestand sorgenfrei geniesst, gerät Ron zunehmend ins Grübeln, ob seine Entscheidung gegen eine Rentenversicherung richtig war.

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Wer ist zufriedener und glücklicher mit seiner Entscheidung?

Geld selbst verwalten oder Kapitalverrentung - Vemögensverwaltung oder sichere Sofortrente

Das Renten-Rätsel von Privatanlegern: Selbstverwaltung oder Rente? Wer schläft ruhiger?

Wem die Beantwortung dieser Frage wie ein Kinderspiel vorkommt – willkommen im Club! Fast jeder würde in so einer Entscheidungssituation die planbare und lebenslange Einkommensgarantie von Dave gegenüber der vergleichsweise komplexen und schwierigen Entscheidungsvielfalt von Ron bevorzugen. Dies bestätigten auch die umfangreichen Befragungen in Thalers Untersuchungen.

Aber hier liegt der Haken: Obwohl die weitaus meisten Privatanleger sich eine sichere und auskömmliche Rente für ihren Ruhestand wünschen, werden in der konkreten Entscheidungssituation (zumindest zeitweise) andere Anlagelösungen bevorzugt, obwohl häufig noch eine deutliche (!) individuelle Rentenlücke besteht. Verhaltenswissenschaftler und Ökonomen bezeichnen diese Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen hohen Attraktivität von lebenslangen Renten und der davon abweichenden individuellen Anlageentscheidung als das Renten-Rätsel („Annuity Puzzle“) von privaten Anlegern.

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Was sind die Gründe für dieses Renten-Rätsel?

Die Beweggründe von Privatanlegern, sich für den Ruhestand zwar einerseits die Sicherheit einer lebenslangen Rente zu wünschen und anderseits nur zögerlich Entscheidungen zu Gunsten einer Sofortverrentung zu treffen, sind vielfältig.

Genauso vielfältig wie eben auch jeder einzelne Anleger mit seinen ganz persönlichen Erwartungen und individuellen Zielen und Wünschen ist. Und selbstverständlich spielen auch Ängste und bereits gemachte Erfahrungen eine große Rolle.

Ungeachtet dessen können die ausschlaggebenden Beweggründe für die Zurückhaltung bei der Kapitalverrentung herausgearbeitet werden.

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Die Sofortrente – eine Wette auf ein langes Leben oder doch notwendige Absicherung gegen das Langlebigkeitsrisiko?

Sicherlich liegt das komplexeste Problem in der Bewertung der eigenen Lebenserwartung. Lebt jemand jedoch länger als der Durchschnitt in seiner Alterskohorte sprechen Ökonomen und Demographen vom sogenannten Langlebigkeitsrisiko.

Auf die Altersvorsorge bezogen bedeutet dies, dass jeder Mensch bei seiner persönlichen Ruhestandsplanung das Ziel haben muss, dass sein Geld bzw. sein Vermögen ihm bis zu seinem Tod ein zumindest auskömmliches Einkommen sichern kann. Etwas lax formuliert, sollte die Situation „Ich bin noch da, aber mein Geld ist schon weg“ natürlich vermieden werden.

Kein Mensch kann jedoch mit Sicherheit sagen, wie alt er denn genau werden wird. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Prognose und damit die bedarfsgerechte Vorsorge im Einzelfall. Fragt man den einzelnen, hört man fast immer die folgende Antwort: „So alt werde ich doch nicht!“

Statistisch gesehen, dass heisst, nach dem „Gesetz der großen Zahlen“ berechnet, wird die Sache jedoch eindeutig. Die Menschen werden in Deutschland und in den entwickelten Industrieländern immer älter. Allerdings unterschätzen sie ihre eigene Lebenserwartung deutlich mit dem problematischen Folge, dass der „Risikofall“ eines langen (oder auch sehr langen!) Lebens für sich selbst nicht erkannt wird. („Wirklich alt werden immer nur die anderen!“)

Für sich selbst wird meist nur die durchschnittliche Lebenserwartung – und damit der „Normalfall“ – angenommen.

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Hätten Sie es gewusst – Jeder Mensch lebt durchschnittlich 15 Jahre länger als seine Großeltern!

Der Geschäftsführer des Instituts für Aktuarwissenschaften (Ifa) in Ulm, Prof. Jochen Russ, hat für diese systematische Fehleinschätzung auch einen einfachen Grund gefunden. Die meisten Menschen gehen nämlich vom Todeszeitpunkt ihrer Eltern und Großeltern aus und sehen diesen als ein Art mentalen Anker für ihre eigene Lebenserwartung.

Doch dies kann sich als ein teurer Irrtum herausstellen. Denn die Lebens-erwartung steigt pro Jahrzehnt um ca. zweieinhalb Jahre. Geht man davon aus, dass eine Generation einem Zeitraum von etwas 30 Jahren entspricht, dann leben wir alle im Schnitt 15 Jahre länger als unsere Großeltern.

Das Risiko, dass Menschen ihr Erspartes überleben, weil sie ihre eigene Langlebigkeit nicht für ihre private Vorsorge berücksichtigen, nimmt daher stetig zu.

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Normalfall oder Risikofall – was sollte versichert werden?

Eng verknüpft mit der obigen Einschätzung einer zu geringen persönlichen Lebenserwartung ist auch die häufig widersprüchliche Wahrnehmung und Interpretation des Risikos eines langes Lebens.

Es sei hier nochmals wiederholt: Die durchschnittliche Lebenserwartung ist immer nur der Normalfall. Ob man ein Risiko aber absichert, dafür ist der Normalfall überhaupt nicht relevant.

Für die Frage, ob man ein Risiko (hier: die eigene Langlebigkeit) über eine lebenslange Sofortrente absichert, sind vorwiegend zwei Punkte entscheidend: Zum einen die finanzielle Auswirkung eine Rentenlücke mit all seinen Konsequenzen im höheren Alter und zum anderen die Wahrscheinlichkeit, mit welcher man die durchschnittliche Lebenserwartung überschreitet und damit der Risikofall eintritt.

Auch dies erläutert der Ulmer Professor anschaulich an dem folgenden Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Eigenheim abbrennt liegt (glücklicherweise) im sehr, sehr niedrigen Promillebereich, d.h. d a s ist der Normalfall. Trotzdem sind fast alle Hausbesitzer davon überzeugt, dass sie zwingend eine Gebäudeversicherung benötigen.

Warum eigentlich? Weil die Konsequenz des Verlusts des eigenen Hauses für viele Menschen den finanziellen Ruin und damit existenzbedrohend wäre – unabhängig von der extrem geringen Eintrittswahrscheinlichkeit.

Auf die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos bezogen bedeutet dies nun Folgendes: Die Wahrscheinlichkeit, 90 Jahre zu werden, liegt bei einer 50-jährigen Frau immerhin bei ca. 38 Prozent. Russ stellt hierzu die folgerichtige Frage: „Und würden Sie Ihr Haus gegen Feuer versichern, wenn es mit einer Wahrscheinlichkeit von 38 Prozent abbrennen wird?“

Die allermeisten Menschen würden hier mit einem klaren „JA“ antworten. Für die Frage der Absicherung einer noch bestehenden Rentenlücke müsste die Antwort dann logischerweise auch „JA“ lauten.

Fazit:

  • Langlebigkeit wird systematisch unterschätzt
  • Das Risiko eines langen Lebens und die Vorsorge hierfür wird für sich selbst häufig nicht erkannt
  • Schlussfolgerung daraus: Eine garantierte Rente über eine Versicherung wird eher als nicht notwendig angesehen
  • Geld wird zwar für die Altersvorsorge angelegt (bzw. „geparkt“) – jedoch nicht für die Altersversorgung in Form einer Sofortverrentung investiert

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Wie wird die Sofortrente von Privatanlegern wahrgenommen?

Als einen sehr wichtigen Einflussfaktor für die Skepsis gegenüber dem Abschluss einer Rentenversicherung nennt Prof. Thaler ein eher psychologisches Problem.

Die Sofortrente – ein unrentables Investment?

Fast jeder Mensch sieht im Kauf einer Sofortrente – zumindest auf den ersten Blick – eine Art Glücksspiel in dem man erst einmal eine bestimmte Anzahl von Jahren leben muss, um zumindest eine Art persönlichen „Break Even“ für sich selbst zu erreichen. Häufig wird dann überschlägig gerechnet, wie lange man denn mindestens leben muss, um zumindest den gezahlten Einmalbeitrag für seine private Rente wieder heraus zu bekommen.

Doch hilft diese Betrachtung für eine sinnvolle und bedarfsgerechte Entscheidungsfindung wirklich weiter?

Hierzu muss man sich zunächst vergegenwärtigen, was eine sofort beginnende Rente denn eigentlich ist.

Viele Privatanleger sehen in einer Sofortrente eine Kapitalanlage, welche sich so schnell wie möglich für sie rechnen muss. Entsprechend hoch ist die Enttäuschung, wenn dann häufig Alter jenseits der 90 Jahre erreicht werden müssen um zumindest ins persönliche Plus zu kommen.

Die erste Reaktion ist dann meistens, dass sich die Sofortrente nicht lohnt und man sein  Geld lieber selber anlegen möchte.

Wer so „argumentiert“ hat jedoch nicht verstanden, dass eine Sofortrente eine sofort beginnende Renten VERSICHERUNG ist.

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Sofortrente als Absicherung gegen das Langlebigkeitsrisiko?

Wie bei jeder Versicherung steht dabei die Absicherung eines Risikos (hier: das Langlebigkeitsrisiko) im Vordergrund, welches man selbst nicht finanziell tragen könnte, wenn es eintritt.

Die primären Gründe, die bei jedem Menschen nun für oder gegen den Abschluss einer Versicherung sprechen ergeben sich immer aus der Beantwortung der  folgenden Fragen:

       1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass für mich

           der Risikofall eintritt?

          Der Risikofall ist hier, dass ich deutlich älter werde,

          als ich selbst heute noch denke!

       2. Was ist dann die Auswirkung bzw. Konsequenz für mich?

          Ich werde deutlich mehr Geld für einen ggf.

          viel längeren Zeitraum benötigen! 

       3. Kann ich diese Kosten dann tatsächlich selbst tragen?

          Und genau hier liegt bei den meisten Menschen

          der Knackpunkt 😉

Entscheidend sollte also immer der konkrete Bedarf (z.B. eine noch deutliche Rentenlücke) sein, ob man eine Versicherung gegen das Langlebigkeitsrisiko in Form einer Sofortrente erwägt.

Das bedeutet, dass das Kriterium der Rentabilität nicht zielführend und hilfreich für viele Menschen in der konkreten Entscheidungssituation ist. Wendet man die obigen Kriterien bzw. Fragen konsequent auf die eigene Situation an, wird Folgendes – wenn auch etwas überzeichnet – klar:

Auch eine garantierte Rente ohne jeglichen Ertrag könnte für viele Menschen einen Nutzen haben, weil man zumindest genau weiß, dass sie jeden Monat als lebenslanges Einkommen zur Verfügung steht – egal wie alt man wird. Selbstverständlich wäre damit noch nicht das Problem der Inflation gelöst.

Fazit:

  • Sofortrente steckt bei den meisten Menschen in der „mentalen Schublade“ als Investment
  • Daher werden auch in der Bewertung häufig die (falschen) Kriterien für eine Kapitalanlage herangezogen (Stichwort: „Rentabilität einer Sofortrenten-versicherung“ ?)
  • Zielführender wäre dagegen eine korrekte Risikoeinschätzung und eine Beantwortung der Fragen: Habe ich ein Risiko,  dass mein Geld bzw. mein Einkommen im Ruhestand nicht reicht, weil ich älter werde als gedacht? Hilft mir eine sofort beginnende Rente, dieses Problem zu lösen und meinen Bedarf zu decken?
  • Im Klartext: Viele Menschen benötigen keine zusätzliche Altersvorsorge – für viele andere Menschen kann die Sofortrente jedoch eine wichtige Lösung zur Schließung einer größeren Rentenlücke darstellen.
  • Eine objektive Bedarfsanalyse anhand der obigen Kriterien kann im Rahmen einer Ruhestandsplanung eine wertvolle Entscheidungshilfe sein.

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Bietet die Sofortrente einen wirksamen Schutz gegen die Inflation?

Als ein weiterer Erklärungsansatz für das Renten-Rätsel und die Skepsis von Privatanlegern gegenüber einer Kapitalverrentung soll im Folgenden die wichtige Frage erörtert werden, ob eine Sofortrente einen wirksamen Inflationsausgleich für den Kunden leistet oder dies nicht tut.

Übrigens: wenn Sie einmal Ihre individuelle Inflation berechnen möchten, kann Ihnen der persönliche Inflationsrechner von destatis sicherlich gute Dienste leisten.

Zurück zur Kritik: Speziell die nicht geringe Anzahl der Kritiker der deutschen Lebensver-sicherungen wendet hier gerne in einer Art „Rundumschlag“ ein, dass viele laufende Sofortrenten in den letzten Jahren sogar gesunken sind und daher wohl kaum eine sinnvolle Altersversorgung mit einem wirksamen Schutz gegen die Inflation sein können.

Öffentlichkeitswirksam ist diese Kritik mit Sicherheit – doch ist sie auch sachlich gerechtfertigt?

Wie so oft bei einer (eher pauschalen) Kritik lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen und eine differenzierte Betrachtung durchzuführen.

Um ein grundlegendes Verständnis dafür zu bekommen, ob die obige Kritik gerechtfertigt ist, müssen als Erstes die genauen Faktoren ermittelt werden, welche einen Einfluss auf das Steigen bzw. Sinken einer jeden Sofortrente haben können.

Hier ist als erstes die Art des Anlagesystems einer Sofortrentenversicherung zu nennen, d.h. wie und nach welchen Vorgaben werden die Kapitalanlagen durch die Versicherung investiert und verwaltet? Handelt es sich z.B. um eine deutsche klassische Sofortrente oder eine fondsgebundene sofortbeginnende Rente in den unterschiedlichsten Varianten? Es geht hier also um das spezielle Anlagesystem einer Lebensversicherung.

Als zweites muss danach unterschieden werden, wodurch bei einem Lebensversicherer Gewinne bzw. Überschüsse überhaupt entstehen können und wie diese durch die Versicherung verwendet werden, um dem Kunden möglichst eine kaufkrafterhaltende Rente zahlen zu können. Hiermit ist demnach das spezielle Gewinnverwendungs- bzw. Überschuss-System eines Lebens-versicherers gemeint.

Neben diesen beiden – eher technischen – Einflussfaktoren spielt selbst-verständlich die tatsächliche Kapitalanlage – Kompetenz eines Versicherers die entscheidende Rolle für den Anlageerfolg und ist damit die grundlegende Voraussetzung dafür, überhaupt steigende Renten für den Kunden zu ermöglichen. Ein Lebensversicherer mit einem hohen Investment – Know how wird über einen längeren Zeitraum – unter ansonsten gleichen Bedingungen – immer bessere und stabilere Renditen erwirtschaften, als ein vergleichsweise leistungsschwacher Lebensversicherer.

Die obigen versicherungs-spezifischen Faktoren sind nun im Zusammenwirken mit diversen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie Konjunktur, Zinsniveau und Inflation, Zins- und Geldpolitik u.v.a.m. zu betrachten, welche einen großen Einfluss darauf haben, wie leicht oder wie schwer den Lebensversicherern die langfristige Mission „Inflationsausgleich für Sofortrenten“ fällt.

Da sich die obige Kritik vor allem auf die klassische Sofortrente der deutschen Lebensversicherer richtet, wird diese im Folgenden mit ihren speziellen Eigenschaften und Rahmenbedingungen genauer betrachtet.

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Und was ist mit der Besteuerung – hat die Sofortrente hier Nachteile?

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Ist die Sofortrente ein schlechtes Geschäft für die Erben?

Ein weiterer Erklärungsversuch für die Zurückhaltung von Privatanlegern gegenüber einer Kapitalverrentung wird auf das (Vor-) Urteil einer nur unvollständigen Leistung im Todesfall zurückgeführt. Hier haben Anleger häufig im Hinterkopf, dass bei einer Sofortrente ein Großteil des eingezahlten Geldbetrags bei einem frühzeitigen Todesfall beim Lebensversicherer verbleibt und damit ein denkbar schlechtes Geschäft für die Erben wäre.

Doch ist das wirklich so? Die Frage kann mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Heutige Privatrenten – ob als Sofortrente oder als Rente gegen Einmalzahlung mit späterem Rentenbeginn – bieten dem Anleger das gesamte Spektrum von möglichen Todesfall-Leistungen.

Beitragsrückgewähr, Rentengarantiezeit und Hinterbliebenenrente – es sind mehrere Alternativen bei einer Privatrente möglich!

Hier gibt es zum einen die vollständige Todesfall-Leistung über die Kapitalzahlung bzw. die Beitragsrückgewähr. Dadurch wird sichergestellt, dass im Todesfall kein Kapital beim Versicherer verbleibt.

Zum anderen kann der Anleger auch bestimmte Varianten mit geringerer bzw. anteiliger Hinterbliebenenvorsorge mit einer gewünschte Rentengarantiezeit von beispielsweise 15 oder 20 Jahren wählen.

Eine weitere Variante stellt die meist prozentuale Hinterbliebenenrente dar. Bei dieser wird analog zur gesetzlichen Rentenversicherung ein bestimmter Prozentsatz – z.B. von 80 Prozent – als Rente für die bezugsberechtige Person weitergezahlt.

In vielen Fällen wird die Beitragsrückgewähr (Einmalbeitrag abzüglich ausgezahlte Renten) für die hinterbliebene bzw. bezugsberechtigte Person die gewünschte Todesfall-Leistung mit dem größten Nutzen sein.

Der Versicherungsnehmer kann die Leistung für den Todesfall in einer privaten Rentenversicherung zum Vertragsbeginn jeweils so vereinbaren, dass Sie seine individuellen bzw. die familiären Bedürfnisse und Wünsche umfassend erfüllt. Selbstverständlich sollte auch konstatiert werden, dass nicht jeder deutsche Versicherer sämtliche bzw. vollumfängliche Todesfall-Leistungen in seiner Tarifwelt verankert hat.

In der gesamten Breite des Marktes und über die Auswahl unterschiedlicher Versicherer stehen dem Anleger jedoch eine Vielzahl von Rententarifen mit jeglichen Absicherungsstufen hinsichtlich der Absicherung für die Hinterbliebenen zur Verfügung.

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Information und Beratung schaffen Transparenz

Hier ist vor allem der Anleger in der Pflicht, sich über spezialisierte Berater bzw. Makler, welche sowohl einen umfassenden Marktüberblick als auch ein breites Gesellschaftsangebot haben, sich die möglichen Alternativen aufzeigen zu lassen. Insofern liegt häufig eher ein Informationsmangel bzw. ein Defizit in der Beratung des Anlegers vor, als dass eine tatsächliche produktspezifische Lücke hinsichtlich der Todesfall-Leistung bei modernen Rentenversicherungen vorhanden ist.

Entscheidend ist, dass eine vollständige Transparenz im Hinblick auf die Auszahlung der Versicherungsleistung im Todesfall geboten wird, da diese ein wichtiges Entscheidungskriterium innerhalb der persönlichen Ruhestands- und Nachlassplanung ist. Privatanleger und Ihre Erben wünschen und erwarten heute detaillierte Informationen über die Absicherung des Todesfallrisikos bzw. die Hinterbliebenenabsicherung.

 

Fazit:

  • Bei der Sofortrente die Kapitalzahlung bzw. Beitragsrückgewähr wählen, wenn man dem Versicherer kein Geld schenken möchte
  • Hohe Rentengarantiezeit bzw. die Hinterbliebenenrente wählen, wenn eine Vorsorge für den Partner in Form der Weiterzahlung einer Rente notwendig bzw. gewünscht ist
  • Nicht jeder Versicherer hat alle Varianten im Angebot
  • Professionelle Beratung kann hier Transparenz schaffen

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Flexibel bleiben – keine Sofortrente ohne Entnahmeoptionen!

Eines steht fest: Den meisten Privatanlegern in der Kundengruppe 50/60 plus dieses Thema sehr wichtig. Die Transparenz und der flexible Zugriff auf das Rentenkapital stellen faktisch eine Grundvoraussetzung dafür da, eine Vermögensverrentung von größeren Geldbeträgen überhaupt in Betracht zu ziehen.

Einmal verrentet – für immer verrentet?

Für Privatanleger spielt es eine überaus wichtige Rolle, inwieweit Sie auch in der Ruhestandsphase den jederzeitigen Zugriff auf Ihr Altersvermögen bewahren können. Keinesfalls möchten zukünftige und aktuelle Ruheständler die Kontrolle über ihr Geld bzw. große Teile davon verlieren.

Im Gegensatz zum Bank- oder Tagesgeldkonto, welches man – zumindest online – jederzeit einsehen kann, wird bei der Sofortrente in der Regel ein größerer Geldbetrag auf das Konto eines Versicherers überwiesen.

Ein häufig über viele Jahre bzw. Jahrzehnte angesparter Geldbetrag fliesst dann mit einem Schlag – per Überweisung oder per Lastschrift – aus der „gefühlten“ Verfügungsgewalt ab und wird über die eher anonyme Verwaltung im sogenannten Sicherungsvermögen (früher: Deckungsstock) eines bestenfalls finanzstarken deutschen Lebensversicherers investiert.

Die Kapitalverrentung über eine aufgeschobene Rente oder auch eine sofort beginnende Rente wird dabei gedanklich mit einer Art von Kontrollverlust über das eigene Geld verbunden, was in einer entsprechenden Vermeidungsstrategie mündet und damit sicherlich einer der wichtigsten Bausteine zur Erklärung des Rentenrätsels von Privatanlegern ist.

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Liquidität – sind zusätzliche Entnahmen möglich?

Die klassische Sofortente der deutschen Lebensversicherer wird in dieser Hinsicht als eher einschränkend und unflexibel wahrgenommen.

Doch ist diese Wahrnehmung tatsächlich gerechtfertigt?

In der Vergangenheit war dies sicher so. Moderne Sofortrenten bieten dem Anleger heute jedoch umfangreiche Entnahme – Optionen, wenn auch nicht immer kostenfrei.

Der Anlegerwunsch geht aber meist noch weiter: Transparenz und Flexibilität – wie bei der Bank! Möglichst schnell und selbstverständlich kostenfrei. Das Kunden – Vermögen soll möglichst jederzeit sicht- und abrufbar sein, falls auf unvorhergesehene Ereignisse reagiert werden muss.

Das stellt eine hohe Herausforderung für jede Versicherung dar, diesen Bedarf erfüllen zu können. Geschieht dies jedoch nicht, vermeiden die allermeisten Anleger konsequent die Investition eines Einmalbeitrags in eine private Rente – mag diese ansonsten auch noch so rendite – bzw. leistungsstark sein.

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Transparenz bei der Sofortrente – nach wie vor besteht Nachholbedarf!

Ein wichtiger Erklärungsansatz des speziell deutschen Rentenrätsels ist allerdings hausgemacht und liegt bei den Lebensversicherern selbst.

Diese haben über viele Jahre in Sachen Transparenz den Kunden gegenüber einen gewissen Raubbau betrieben. Das hat sich in einer zunehmenden Skepsis und auch in einem Vertrauensverlust gerade bei der betroffenen Generation 60/70 plus gegenüber den Vorsorge und Rentenversprechen der Assekuranz manifestiert.

Glaubwürdigkeit hat gelitten

Lediglich stichwortartig seien hier Themen wie „zu optimistische“ Modell- und Prognoseberechnungen oder auch die häufig in einem komplexen „Versicherungsdeutsch“ abgefassten Vertragsbedingungen mit diversen nachteiligen Kundenklauseln erwähnt. Auch der Ausweis der Kosten war lange Zeit alles andere als transparent und für den Anleger nicht schlüssig nachvollziehbar.

In diesen Bereichen sind in den letzten Jahren sicherlich Verbesserungen erzielt wurden, wobei bei allen Gesellschaften auch hier noch Luft nach oben besteht.

Die private Rente – ein Buch mit sieben Siegeln?

Ein größeres Manko liegt auch in einer – für den Kunden – häufig nicht nachvollziehbaren Darstellung und Bewertung der Kapitalanlagen des Versicherers bzw. auch des Vertragsvermögens.

Ein normaler Privatanleger ist in der Regel nicht in der Lage (und auch nicht willens) sich die Tiefen der Rechnungslegung und Geschäftsberichte einzuarbeiten. Dadurch fällt es schwer,  ein wirkliches Verständnis für das Anlagevermögen, die finanziellen Puffer oder auch die Anlage- sowie die Zinsdeklarations- und Ausschüttungspolitik einer (Lebens-) Versicherung entwickeln zu können.

Begriffe wie Sicherungsvermögen, Bewertungsreserven, Bilanzpuffer und Risikogewinne sind hier den wenigsten geläufig. Dies verstärkt bei vielen Menschen die Unsicherheit, was die Investition eines Einmalbeitrags für eine private Rente zusätzlich erschwert.

Auch die teils abweichenden und nicht normierten Namensgebungen bei unterschiedlichen Versicherern für an sich gleichartige Überschuss-Systeme verstärken beim Verbraucher den eher diffusen Eindruck, dass es wohl gar nicht möglich sei, ein zumindest grundlegendes Verständnis dieser Themen zu entwickeln.

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Transparenz bieten und Verständnis  fördern – dann klappts auch mit der Rente.

Wenn ein Privatanleger nicht zumindest grundlegend verstehen kann, in welche Anlagen ein Lebensversicherer zu welchen Bedingungen investiert, wird er sich eher gegen eine Rentenversicherung entscheiden – und dies gilt umso mehr für eine größere Einmalzahlung bei der Kapitalverrentung.

In diesem Bereich ist jede Versicherung gefordert, durch eine möglichst kundenfreundliche Aufbereitung und grafische Darstellung weitere Aufklärung zu leisten. Dadurch können auch von Versicherer – Seite die Voraussetzungen für ein besseres Kundenverständnis geschaffen werden.

Nur durch vollständige Transparenz kann verlorenes Vertrauen zurück gewonnen werden. Mit Hilfe von qualifizierten und unabhängigen Beratern ist es interessierten Privatanlegern dann auch möglich, eine fundierte Entscheidung für Ihre Ruhestandsplanung zu treffen.

Fazit:

  • In der Vergangenheit wurde von Seiten der Versicherer einiges an Kundenvertrauen verspielt.
  • Heutige Rentner, Ruheständler und Pensionäre sind daher zunehmend skeptisch gegenüber den Versprechen der Assekuranz.
  • Komplexität der Materie tut ihr übriges – Privatanleger möchten insbesondere bei einer Einmalzahlung für Ihre Altersvorsorge keine Fehler machen
  • Transparente und bedarfsgerechte Aufbereitung von Informationen erleichtert Anlegern die Entscheidung für die wirklich passende Sofortrente.

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